Die Steinmetze in Beucha

Seit dem 19. Jahrhundert lag der Schwerpunkt lokaler Beschäftigung im Steinabbau.

Von der Kirche lässt sich das Ausmaß gut erkennen. Als die Arbeiten 1958 aufgegeben wurden, verwandelte das Grundwasser den Steinbruch in einen riesigen See.

Im Umfeld entstand 1866 der Bahnhof. Damit konnten selbst die Bewohner umliegender Orte nach Beucha zur Arbeit pendeln, und die Steine in alle Richtungen transportiert werden. Auch bei diesem Bau spielten die Granitelemente eine gewisse Rolle.

Die katholische Kirche wurde 1912 dem heiligen Ludwig geweiht. Sie entstand unter der Schirmherrschaft König Ottos von Bayern (1848-1916), dem Bruder des Bayernkönigs und Erbauer von Schloss Neuschwanstein Ludwigs II. Zahlreiche Steinmetze, unter anderem aus Bayern, waren zu dieser Zeit in Beucha tätig. Katholiken aus Beucha und Brandis nutzen die auch als Ludwigskapelle bekannte Kirche, die zum Diakonat Grimma gehört.

Im Gasthof Feldschlösschen trafen sich Jung und Alt. Bereits in den 1920er Jahren gab es einen Saal für Lichtspiele mit 200 Plätzen.

Über mangelnden Zulauf mussten sich die Geschäfte früher nicht beklagen. Wer einkaufen wollte, erledigte das meistens am Ort. Doch mit dem Schließen der Steinbrüche wanderten auch viele Bewohner ab. Der Supermarkt steht seit Jahren leer.
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Ehemaliger Steinbruch in Beucha

Früher wurden in Beucha Steine abgebaut. Der See rund um die Bergkirche ist ein Überrest aus dieser Zeit. Nach Beendigung des Betriebs wurde die Grube mit Wasser gefüllt.

Am Rand des Geländes stehen verschiedene Relikte. Hier rechts ein Werkstein aus Findlingen und ein Werkstein aus Hartgestein. Sie sind zwischen 4 Milliarden und 300 Millionen Jahre alt und stammen aus dem Präkambrium bis Karbon. Die Herkünfte der Steine liegen zum Teil im Erzgebirge und der Oberlausitz, aber auch in Schweden.

Modell eines Hügelgrabes

 Angefangen im Kaiserreich, wurden die Steinbrüche Beucha rund 100 Jahre intensiv genutzt. Daran erinnert ein Denkmal, 1984 in Nachbarschaft zur ehemaligen Grube aufgestellt.

 Das Leipziger Völkerschlachtdenkmal wurde mit Granitsteinen aus Beucha erbaut.
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Vom Südfriedhof zum Völkerschlachtdenkmal geschaut

Hier und da lugt das ehrwürdige Denkmal über die Baumwipfel hinaus.

Seit seiner Einweihung im Jahr 1913 ist es beliebt bei Touristen aus nah und fern. Die Sanierung anlässlich des 100jährigen Jubiläums hat ihm einen gebührenden Glanz verliehen.


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Kunigundenkirche Borna

Die Kunigundenkirche wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Sie befindet sich inmitten eines ehemaligen Friedhofs, zwischen der Altstadt und einer dörflich anmutenden Umgebung.

 Der steinerne Torbogen am Eingang stammt aus der Zeit nach der Reformation.

 Auf dem Gelände wurde nach dem Ersten Weltkrieg ein Ehrenhain für die Gefallenen aus der Stadt Borna angelegt.

 Bis heute sind hier die Grabsteine und einige Denkmäler zu sehen.

Im Jahr 2016 finden einmal wieder Sanierungsarbeiten statt. Die Akustik der im romanischen Stil erbauten Hallenkirche muss bei Predigten und Konzerten ein wahrer Ohrenschmaus gewesen sein.

Sollte die hölzerne Decke entfernt werden, könnte sich die Kirche wieder in ihrem ursprünglichen Zustand präsentieren.

 Die Grabplatten wurden während der Bauarbeiten sorgsam verhüllt.


Ein Glockenturm fehlt, was bei romanischen Kirchen nicht unüblich ist. An seiner Stelle ruft dies Geläut die Gläubigen ins Haus.
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Ehrenhain an der Kunigundenkirche Borna

Nach dem Ersten Weltkrieg legte die Trauergemeinde bei der Kunigundenkirche ein Gräberfeld für ihre Verstorbenen an.

Die Inschriften sind mittlerweile verblasst. Doch bis heute wird der "Ehrenhain" gerne von den Angehörigen besucht, und so könnte in naher Zukunft eine Generalüberholung der alten Grabsteine unverzichtbar sein.

Gleich nebenan steht der zu DDR-Zeiten errichtete Kirchenbau der Freien Evangelischen Gemeinde.

Die großen Gedenksteine wurden von Vereinen gestiftet, zum Beispiel dieser vom Turnverein 1844 Borna.

Dieser Stein erinnert an die gefallenen Kameraden des Turnvereins Vater Jahn in Borna.

Auch die Jugend zu Blumroda erinnerte mit diesem Gedenkstein und der Inschrift "Unsern tapfern Helden 1914-18" ihren im Krieg Verstorbenen. Das Dorf ist seit den fünfziger Jahren wegen eines Tagebaus von der Landkarte verschwunden.
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Dinterplatz in Borna

Der Platz vor dem Reichstor ist nach Gustav Friedrich Dinter (1760-1831), einem gebürtigen Bornaer Theologen benannt. Nach dem Besuch der Fürstenschule zu Grimma und Studium in Leipzig bildete er Lehrer in Dresden aus und entwickelte in Königsberg zusammen mit den örtlichen Institutionen ein neues Konzept für Volksschulen.

 Mit einem Brunnen und Sitzgelegenheit ist der Dinterplatz recht sympathisch gestaltet. Wie schon zu früheren Zeiten, sorgen Bäume im Sommer für angenehmen Schatten.  

Die Schule am Platz trägt ebenfalls Dinters Namen.
 
 Gleich daneben steht sein Denkmal mit dem Bornaer Stadtwappen.
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Stadtkirche Borna

Martin Luther war mehrfach zu Besuch in Borna. Seine Frau Katharina stammte aus der Gegend.

 Auch in Borna wirkte Luther mit großem Bestreben auf die Reformation hin, die an diesem Ort bereits im Jahre 1519 eingeführt wurde.

Kirche mit Superintendentur um 1920

 2011 wurde der Reformator mit einem Denkmal auf dem Kirchplatz geehrt.

Von der Heuersdorfer Kirche zur Stadtkirche geblickt

Ein paar Minuten zur Ruhe kommen, umgeben von Martin Luther und zwei wunderschönen Kirchen...
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Die Reichsstraße in Borna

 Im Jahre 1251 ist Borna erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Die Reichsstraße spielte seit jeher im Alltag eine gewichtige Rolle. Hier wohnte die wohlhabende Bürgerschicht.

Auf dieser Ansicht sieht man die Reichsstraße in Borna um 1920. Links und rechts Gehwege, die Straße führt auf das historische Reichstor zu. An ihr befinden sich wie heute Geschäfte des täglichen Bedarfs.

 Im November 2008, ein Blick Richtung Markt

Der Name Reichsstraße lässt sich von der "Via Imperii" ableiten, einer Straße, die quer durch das Heilige Römische Reich deutscher Nation verlief. Sie begann in Stettin und endete in Rom. Auf ihr waren zahlreiche Händler und Reisende unterwegs. Besonders das in der Nähe gelegene Leipzig profitierte von der Straße und konnte sich dauerhaft als Messestadt behaupten.

 Ein paar Jahrhunderte zurück, lag vor dem Reichstor die Grenze von Borna. Von hier führte die Straße als Reichssteinweg weiter nach Leipzig.
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Das Reichstor in Borna

Als Teil der Wehrmauer war es im Mittelalter für den Schutz der Bürger zuständig. Die Reichsstraße, die durch das Tor führt, galt schon zu damaligen Zeiten als Visitenkarte der kleinen Stadt.

Sie ist als Fußgängerzone ausgewiesen. Im Reichstor befindet sich das Stadtmuseum.

Kursächsische Postmeilensäule von 1722

 Der Turm ist zu den Öffnungszeiten des Museums begehbar.

Von hier aus bietet sich dieser schöne Blick auf die Reichsstraße.
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Museum der Stadt Borna

8000 Jahre Geschichte aus Borna und Umgebung sind im Stadtmuseum dokumentiert. Es befindet sich im Reichstor und seinen Nebengebäuden.

Den Besucher erwarten Sammlungen zur Stadt und ihren mittelalterlichen Ursprüngen. Spezielle Themenbereiche widmen sich dem für diese Region typischen Zwiebelanbau. Keramik, Steinzeitwerkzeuge und Fossilien gehören ebenso zur Dauerausstellung, wie Gegenstände zur Kirchengeschichte, dem Bergbau und Militaria.

In Abständen stehen in Borna Sonderausstellungen auf dem Programm, zum Beispiel die vom 29. Oktober 2015 bis 24. April 2016: "Dorfgeschichte(n) - Archäologie aus Breunsdorf, Großhermsdorf & Heuersdorf". Das Bild zeigt die Ausgrabungsstelle in Großhermsdorf im Mai 2009.

Frühes Kabinettfoto aus dem Atelier Otto Ochernal in Borna

Bornaer Markt mit Rathaus um 1912
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