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Der Bahnhof in Groitzsch

Der Groitzscher Bahnhof entstand im Zuge der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Gaschwitz-Meuselwitz im Jahre 1874. Für die aufstrebende Stadt war es wichtig, einen Anschluss an das Handelszentrum Leipzig und weitere Metropolen zu bekommen. Dadurch konnten Produkte, die hier hergestellt wurden, schneller zum Verbraucher gelangen. In der Nähe des Bahnhofes siedelten sich viele Fabriken an.

 Der Groitzscher Bahnhof um 1900

Der Bahnhof wurde an die Ostseite der Stadt gebaut. Da Pegau sich bereits einige Jahre zuvor für einen Bahnhofsbau an seiner Westseite entschieden hatte, benötigte man die Mitversorgung der Nachbarstadt nicht mehr. Außerdem hätte die Erhebung über dem Flüsschen Schwennigke überwunden werden müssen. 1909 nahm die Bedeutung des Bahnhofs noch zu, als die Strecke Neukieritzsch-Pegau eröffnet und Groitzsch plötzlich zum Bahnknotenpunkt wurde.

Gedenkstein zur Einweihung der Querbahn

Am 12. April 1945 erlebte der Groitzscher Bahnhof den traurigsten Tag seiner Geschichte: Bei einem Bombenangriff auf das Gebäude gegen 9 Uhr morgens starben 12 Menschen. Darunter waren der Betriebsführer Friedrich August Werkmeister aus Groitzsch, die Zugführerin Johanna Elfriede Heinze aus Neukieritzsch, die Reichsbahnangestellte Linda Irmgard Pretzsch aus Lucka und der Reichsbahnschaffner Richard Hugo Schäfer aus Borna. Die 67jährige Anna Livia Barth wohnte in Leipzig. Ihre Eltern kamen aus Pödelwitz. Sie starb erst drei Stunden nach dem Angriff. Es kamen auch Menschen ums Leben, die im Bahnhof wohnten.

Das Erscheinungsbild nach dem Krieg

Nach dem Krieg wurde das Gebäude wiederaufgebaut. Einige Jahre später wurde die Strecke zwischen Gaschwitz und Meuselwitz in Etappen demontiert, weil der Tagebau immer weiter fortschritt. Nun gab es nur noch die Querbahn zwischen Neukieritzsch und Pegau, um nach Leipzig und in andere Städte zu gelangen. Nach der Wende ging der Bahnhof von der Deutschen Reichsbahn an die Deutsche Bundesbahn über. Doch das Fahrgastaufkommen sank, und so wurde 1997 der Personenverkehr eingestellt.

Bushaltestelle Alwin-Schmidt-Straße

Der freundlich gestaltete Bereich rund um den Bahnhof heißt heute Alwin-Schmidt-Straße. Außer einer Bushaltestelle gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr mehr. Das Bahnhofsgebäude wurde zu Wohnzwecken umgebaut.

 Der Bahnhof in herbstlichem Gewand

 Wartehalle neben dem Bahnhof

 Bahnhofsgelände an der Südseite im Juni 2011

 Bahnsteiggelände im Oktober 2012

Bahnhofsgelände an der Nordseite im Juni 2011

 Der Bahnübergang in Richtung Groitzsch um 1908

 Der Bahnübergang mit altem Stellwerk 2012

Reste des Schriftzugs Groitzsch am Stellwerk

Eingang zum Stellwerk. Von hier wurden die ein- und ausfahrenden Züge und der Bahnübergang überwacht.

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