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Der alte Bahnhof in Pegau

Die Bahnstrecke von Leipzig nach Zeitz wurde 1873 eröffnet. Der Pegauer Bahnhof wurde am Westende der Stadt gebaut. Denn zur gleichen Zeit entstand auch eine Strecke von Gaschwitz nach Meuselwitz über Groitzsch, das deshalb bereits ausreichend versorgt war. Stattdessen konnten die wenig entfernten Dörfer Stöntzsch und Elstertrebnitz davon mitprofitieren.

 März 2011

Die Bahnstrecke war immens wichtig für Sachsen. Sie verband Leipzig und sein Umland mit dem preußischen Zeitz, den thüringischen Ländern und Franken. Pegau hatte mit diesem Bahnhof zur Zeit der Industrialisierung gute Bedingungen. Schon früh war seine Bedeutung als Klostersitz und Amtsstadt höher als die umliegender Orte. Nun konnten Menschen von weither anreisen, und die Bewohner auch außerhalb ihrer Arbeit nachgehen.

 Ein Regionalzug nach Saalfeld im April 2012

Pegau liegt bis heute an der Bahnstrecke, die am Leipziger Hauptbahnhof beginnt und über Zeitz, Gera, Weida und Neustadt (Orla) nach Saalfeld führt. Im Umfeld wurde ein großer Güterbahnhof eingerichtet. 1909 wurde die Stadt zum Bahnknotenpunkt, als die Querbahn von Neukieritzsch über Groitzsch nach Pegau eingeweiht wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde dem Bahnhof ein trauriges Schicksal zuteil, als dieser und auch die angrenzende Bahnhofstraße bombardiert wurden und zahlreiche Menschen ums Leben kamen.

 Der Pegauer Bahnhof um 1940

Nach dem Krieg war die Bahnstrecke von Groitzsch nach Pegau durch den Abbau der Schienen für viele Jahre unterbrochen. Noch während der DDR-Zeit wurde der Betrieb zwar wieder aufgenommen, aber nach der Wende doch ganz eingestellt. Auch das Pegauer Bahnhofsgebäude verlor immer mehr seinen Zweck. Im Zuge von Sparmaßnahmen schlossen vielerorts die Fahrkartenschalter, und Automaten wurden aufgestellt. Zuletzt stand das Gebäude leer. Mehrfach wurde es Ziel von Vandalismus, zweimal entstanden Schäden durch Brände.

August 2010

Am 4. Dezember 2010 sollte der Bahnhof versteigert werden. Viel hätte man aus dem historischen Erbe machen können. Neben Wohnungen und Arztpraxen hätte hier eine Touristeninformation für die Besucher Pegaus und interessierte Tagebau- und Neuseenlandbesucher entstehen können. Aber die Chancen wurden nicht genutzt. Im Oktober 2012 wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen. Gelder wurden woanders investiert, und bis heute warten die Bahnsteige und der Vorplatz auf eine Komplettsanierung.

 Lagerhaus im März 2011

 Bahnübergang Coburger Straße in Richtung Pegau im April 2012

Abgerissener Bahnhof im Oktober 2012

Das stolze Gebäude - für immer verschwunden

Erfurter Bahn im März 2013

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