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Bahnstrecke Neukieritzsch - Groitzsch - Pegau

Kieritzsch bekam schon Mitte des 19. Jahrhunderts seine eigene Eisenbahnverbindung. Der Bahnhof lag auf der Strecke Leipzig - Altenburg - Hof. Pegau hatte seit 1873 einen Halt auf der Strecke Leipzig - Zeitz - Gera. Groitzsch erhielt im Jahre 1874 einen Bahnhof an der Strecke Gaschwitz - Meuselwitz. Alle Verbindungen verliefen mehr oder weniger von Nord nach Süd.

Bahnhof Neukieritzsch

In Folge erlebte die Stadt in dieser Zeit einen rasanten Aufschwung. Fabriken siedelten sich an, die bereits vorhandene Schuhmacherindustrie wurde stetig ausgebaut. Menschen aus weiter entfernten Gegenden kamen zu Besuch oder blieben, um zu arbeiten. Was fehlte, war eine rasche Verbindung und damit auch Umsteigemöglichkeit zwischen den Strecken. Auch die zahlreichen Bewohner der umliegenden, landwirtschaftlich geprägten Dörfer wünschten sich einen Anschluss an die große weite Welt.

 Bahnhof Pödelwitz

Die Infrastruktur sollte in hohem Maße aufgewertet werden. Man sah sich dem Trend der Zeit folgend. Das Leipziger Umland sollte von der Attraktivität der Großstadt profitieren. Um 1900 wurde eine gut 15 Kilometer lange Strecke vom Bahnhof Kieritzsch über Droßdorf, Pödelwitz, Großstolpen und Groitzsch nach Pegau geplant. Sie wurde am 30. September 1909 eingeweiht. Die heutige Gemeinde Neukieritzsch gab es noch nicht. Sie entstand in der Nähe des Bahnhofs, als sich die Braunkohletagebaue ausbreiteten und Menschen ihre Dörfer verlassen mussten. Die Bahn wurde gut benutzt.

 Bahnhof Groitzsch

Groitzsch konnte im Laufe der Jahre einen beachtlichen Bevölkerungszuwachs verzeichnen. Ganze Generationen pendelten zur Arbeit, zu Einkäufen oder zum Besuch der Familie. Kurz nach dem Krieg wurden die Schienen zwischen Groitzsch und Pegau durch die russische Armee abmontiert. Einige Jahre danach wurde die Strecke zwischen Gaschwitz und Meuselwitz stillgelegt, und der verbliebene Teilabschnitt der Querbahn wurde umso wichtiger. Denn nur so konnte die Verbindung von und nach Leipzig gewährleistet werden. Weil in der DDR politisch bedingt nur wenige Menschen ein Auto hatten, waren diese auf die Bahn angewiesen. Noch zu DDR-Zeiten wurde der Betrieb zwischen Groitzsch und Pegau auch wieder aufgenommen.

Bahnhof Pegau

Nach der Wende änderten sich die Dinge. Viele machten den Führerschein und kauften sich das vorher so unerreichbar erschienene Auto. Die Deutsche Bahn übernahm die Strecke automatisch von der Deutschen Reichsbahn. Doch die Zahl der Fahrgäste ebbte ab. Daher wurde der Personenverkehr 1997 eingestellt. Seither verfiel ein Großteil der Bahnhöfe. Der historische Pegauer Bahnhof wurde nach langem Leerstand und Vandalismus im Oktober 2012 abgerissen. Die Bahnhöfe Groitzsch und Großstolpen werden als Wohnhaus genutzt. Droßdorf fiel dem Tagebau zum Opfer, der Bahnhof wurde abgerissen.

Bahnhof Kieritzsch um 1918

 Ausgangspunkt der Bahnstrecke: Neukieritzsch

Gleisanlagen auf dem Bahnhof Neukieritzsch

Der Bahnhof liegt an der Strecke Leipzig-Hof

 Am nördlichen Ende von Neukieritzsch liegen noch Schwellen in den Büschen.


Auf der linken Seite ist der Streckenverlauf schwach zu erahnen.

Ein Stück weiter gibt es noch das alte Schotterbett.

In Richtung Pödelwitz-Groitzsch

Bahnübergang am Abzweig von der B 176 nach Kieritzsch

Bahnübergang an der Kreisstraße nach Kieritzsch

Hier befand sich früher der Bahnhof von Droßdorf.

Die originalen Schienen und das Kopfsteinpflaster versetzen einen fast in Nostalgie.

Ansonsten wirkt die alte Bahnstrecke ziemlich verlassen, die Schienen fehlen. Hier kurz vor Pödelwitz, der Schotter wurde zu einem Haufen aufgeschüttet.

Bahnübergang am Ortseingang von Pödelwitz

Auf dem Bahnübergang, in Richtung Neukieritzsch

Danach gibt es sogar noch ein kleines Stück mit Schwellen.

Nahansicht

Halterung für die Bahnschranke

Kohlezug vor dem Mibrag-Sitz in Pödelwitz

 Die Bahnstrecke bei Pödelwitz Anfang der 70er Jahre

Streckenzeichen in Pödelwitz

Der ehemalige Bahnsteig in Pödelwitz wird heute schon von Gräsern und kleinen Bäumen überwuchert.

Hier lagen früher die Schienen.

Das Bahnhofsgebäude in Pödelwitz

An der Zufahrt zum Bahnhof prangt sogar noch ein Schild der Deutschen Bundesbahn.

Der Bahnhof in Großstolpen wurde zum Wohnhaus umgebaut.

Bahnübergang in Großstolpen mit Gasthof Kurt Winter

Von Großstolpen führt die Bahnlinie vorbei an Cöllnitz nach Großpriesligk.

Die Fabriken zwischen Großpriesligk und Groitzsch lagen verkehrsgünstig an der Bahnlinie und nahe dem Bahnhof.

 Der Groitzscher Bahnhof um 1910

Der Groitzscher Bahnhof 2012

Der Bahnsteig 15 Jahre nach Einstellung des Personenverkehrs

Straßenquerung hinter dem Bahnhof, von Groitzsch kommend in Blickrichtung Wischstauden

Der Übergang wurde von diesem Stellwerk aus überwacht.

Am Stellwerk sind noch einige Buchstaben des Schriftzugs "Groitzsch" erhalten geblieben.

Blick auf das Bahnhofsgelände im Juni 2011

Bahndamm parallel zur Leipziger Straße

Am Ortsausgang überquert die Bahnstrecke die B176.

Die Strecke kurz vor dem Bahnhof Pegau-Ost in Blickrichtung Groitzsch

Der Bahnhof Pegau-Ost

Früher ein idealer Zustiegspunkt für die Bewohner des Stadtkerns, sind die Bahnsteige heute überwuchert, und das Gebäude ruht vor sich hin.

Von hier führt die Strecke weiter zum Pegauer Bahnhof.

Nachdem die Strecke in die Haupttrasse Leipzig-Gera übergegangen ist, wird die Straße überquert, die früher nach Stöntzsch führte und hinter dem Bahnübergang Coburger Straße heißt.

Heute verkehrt hier die Erfurter Bahn auf ihrem Weg von Leipzig über Gera nach Saalfeld.

Der Pegauer Bahnhof im April 2012

Im Oktober 2012 ist das schöne Gebäude nur noch ein Haufen Schutt. Aber vielleicht findet sich irgendwann wieder eine Idee für diesen wichtigen Platz. Und es ist auch nicht ausgeschlossen, dass irgendwann die Bahnstrecke Neukieritzsch-Pegau zu neuen Ehren kommt.

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