Suchfeld

Rötha

Zwischen Leipzig und Borna liegt die Kleinstadt Rötha inmitten des Neuseenlandes. Gleich zu Beginn präsentiert sich der voluminöse Wasserturm, der von ringsherum gut sichtbar ist. Fährt man weiter in die Stadt hinein, gelangt man zum Markt, der ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen ist. Er wird von Straßen mit alten Bürgerhäusern umgeben. Hier befinden sich auch die Geschäfte, das Rathaus, die Kirchen. An der Nordseite des Marktes führt eine Straße zum alten Bahnhof, der schon seit vielen Jahren ungenutzt sein Dasein fristet.

Stausee mit Wasserturm

Doch sieht man sich im Stadtkern um, wird man auf zwei besondere Sehenswürdigkeiten treffen: Es sind die Stadtkirche St. Georg und die Kirche St. Marien, die nur wenig voneinander entfernt zu finden sind. Während die Stadtkirche romanische Elemente enthält und im Mittelalter erbaut wurde, stammt die Marienkirche aus dem 16. Jahrhundert. Zur Ausstattung zählen jeweils barocke Orgeln von Gottfried Silbermann.

 Stadtkirche St. Georg

Er war der berühmteste Orgelbauer seiner Zeit und hinterließ seine Werke in einer breiten Auswahl von sächsischen Gotteshäusern, aber auch im elsässischen Straßburg. Die Marienkirche sollte ursprünglich eine Wallfahrtskirche werden, wurde aber nie ganz fertiggestellt. Sie befindet sich auf dem Röthaer Friedhof, und an ihrer Außenmauer sind historische Grabsteine zu sehen.

 St. Marien

Vor dem Zweiten Weltkrieg war Rötha in der ganzen Region wegen seiner Obstweinschänke bekannt: Die Menschen kamen von weither, um es sich hier im schattigen Garten gut gehen zu lassen. Sie saßen gemütlich unter hohen Bäumen auf Bierbänken oder im Pavillon. In Rötha befand sich auch das prächtige Schloss des Freiherrn von Friesen. Dazu gab es im benachbarten Gaulis den Fortunapark, ein parkartiges Anwesen mit Aussichtsturm und botanischen Anlagen.

 Die Obstweinschänke 1935

Vor allem durch den Tagebau ging die Schönheit der Gegend und damit auch dieser Attraktionen verloren. Sie konnten sich nicht bis in unsere Zeiten retten. Aber noch heute gibt es die Röthaer Fruchtsaftkelterei, die mit ihren Getränken Märkte in ganz Deutschland und dem Ausland beliefert. Die einzigartige Geschichte der Obstverarbeitung und auch der ganzen Stadt wird im Heimatmuseum in der Straße der Jugend 5 beleuchtet.

 Der Markt

Unbedingt besuchen sollte man den Stausee Rötha, der südlich an die Stadt grenzt. Er kann komplett umrundet werden. Der Weg verläuft am Wasser entlang und ermöglicht schöne Ausblicke. Zur Rast stehen auch Bänke bereit. Westlich des Sees liegt die Gauliser Mühle, ein historisches Kleinod, das heute restauriert und für Wohnzwecke vermietet ist. Im Süden liegt das Trachenauer Wehr, wo das Wasser der Pleiße aufgestaut wird. Dort befindet sich der Pleiße-Radweg, der von Leipzig weit in das Neuseenland hineinführt.

 Rundweg um den Stausee

Beliebte Beiträge