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Lößnig

Großstadt vor der Tür und die Natur in Sichtweite

Lößnig hat wie viele der Orte rund um Leipzig seinen Ursprung bei der slawischen Besiedlung und liegt gut fünf Kilometer südlich des Stadtzentrums. Seine ältesten Häuser und die Kirche befanden sich zwischen der heutigen Mühlpleiße und der Bornaischen Straße. Die Ersterwähnung erfolgte um 1040 als Lesnic. Im Mittelalter führte die Fernhandelsstraße Via Imperii von Norddeutschland nach Italien hier vorbei. In Leipzig traf sie auf die Via Regia von Nowgorod über Königsberg und Breslau nach Frankfurt und Paris. Das bedeutete für den Ort gute wirtschaftliche Voraussetzungen.

Die Gethsemanekirche

Im Zuge der Reformation wurde Lößnig evangelisch. Bis zum Dreißigjährigen Krieg bildete es eine eigene Pfarrei. Seine Ehepartner suchte man sich im näheren Umfeld. Die Familien bildeten große Gemeinschaften, deren Namen über Generationen in den Kirchenbüchern belegt sind. Zuwanderung aus weit entfernten Orten gab es selten. Gute Beziehungen bestanden zu den Nachbarorten Dölitz und Connewitz wie auch zu Markkleeberg, das dann über zwei Jahrhunderte die kirchlichen Angelegenheiten übernahm. 1877 wurde die heutige Gethsemanekirche errichtet. 1891 kam der Ort zu Leipzig, und schon bald entstanden auf den Fluren neue Straßenzüge und Gebäude im Stil der Gründerzeit. Dabei handelt es sich keinesfalls um reine Arbeitersiedlungen. Lößnig besitzt durch sein vieles Grün und die gute Anbindung zur Stadt eine hohe Wohnqualität.

Eines der wenigen alten Häuser in der Raschwitzer Straße

Heute ist der Ort vorwiegend an Leipzig ausgerichtet. Die evangelischen Christen werden von Connewitz aus betreut, die Katholiken besuchen dort die Sankt-Bonifatius-Kirche. Schon längst ist die Gemarkung von Lößnig zum größten Teil bebaut. Dadurch entstanden zwei Zentren, die auch für Bewohner anderer Leipziger Stadtteile relevant sind. Eines an der Bornaischen Straße, Ecke Siegfriedstraße, das andere im Neubaugebiet Lößnig an der Zwickauer Straße. Beide Gegenden sind durch Straßenbahnlinien mit der Innenstadt verbunden bzw. untereinander durch eine Buslinie.

Am Rembrandtplatz

Die architektonische Besonderheit ist die „Rundling“ genannte Wohnsiedlung am Ende der Siegfriedstraße. Auf dieser Fläche befanden sich bis zu den 1920er Jahren landwirtschaftliche Nutzflächen. Ab 1929 wurde die Siedlung im Stil der neuen Moderne angelegt. Die Bauweise mit den flachen Dächern und futuristischen Designs war für die damalige Zeit geradezu revolutionär. Die Wohnhäuser gruppieren sich um eine kreisrunde Straßenanlage und in einigen Nebenstraßen. Diese sind nach Figuren aus der Nibelungensage benannt, daher ist auch der Name „Nibelungensiedlung“ geläufig.

Siegfriedplatz

Sie tragen die Namen Siegfriedstraße, Nibelungenring, Kriemhildstraße, Etzelstraße, Giselherstraße, Dankwartstraße und weitere mehr. In der Mitte liegt der begrünte Siegfriedplatz mit einer Anzahl von Sitzbänken. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Siedlung bombardiert. Heute sind die maroden Hinterlassenschaften beseitigt und man kann das Ensemble in einem sanierten Zustand besichtigen. Nördlich davon entstand wenig später die Gudrunsiedlung, deren Straßen ebenfalls nach nordischen Sagengestalten benannt sind. Die gesamte Gegend stellt einen besonders schutzwürdigen architektonischen Komplex dar.

Giselherstraße

Während der DDR-Zeit kam nordöstlich das Neubaugebiet Lößnig hinzu, das mit seinen Plattenbauten zwar keine herausragende Sehenswürdigkeit ist. Für Menschen, die im westlichen Teil Europas aufgewachsen sind, mögen sie befremdlich wirken. Diese Bauweise war ein Merkmal des Sozialismus und sollte vielen Menschen günstigen Wohnraum auf hohem Niveau verschaffen. Beliebt waren die Wohnungen, denn hier gab es Heizungen, und man musste keinen Ofen anwerfen.

Zwickauer Straße

Zur Nahversorgung entstand an der Zwickauer Straße, Ecke Johannes-R.-Becher-Straße ein größeres Einkaufszentrum. Es ist in zwei räumlich voneinander getrennte Gebäude untergliedert. In jedem gibt es einen Supermarkt, (Fach-) Geschäfte, Drogeriebedarf, Bäcker und auch Cafés und Imbiss. Heute ist diese Art zu wohnen nicht mehr so gefragt. Wer es sich leisten kann, bevorzugt die sanierten Gründerzeitwohnungen. Allerdings gibt es in diesem Stadtteil mehrere Studentenwohnheime. Ein zusätzliches Plus ist die Nähe zur Gartenvorstadt Marienbrunnen, zum Südfriedhof und dem Völkerschlachtdenkmal. Und schließlich gewährleisten die Straßenbahnen und Busse der Leipziger Verkehrsbetriebe eine gute Anbindung zum Zentrum und den benachbarten Stadtteilen.

Einkaufszentrum Moritzhof

Als grüne Lunge recht wichtig ist am östlichen Ende der Siegfriedstraße gelegene Erholungspark Lößnig-Dölitz. Im Jahre 1895 wurde eine Braunkohletiefbaugrube aufgeschlossen, die bis 1959 in Betrieb war. Ein Komplex mit bis heute erhaltenen Gebäuden ist unter dem Namen Schacht Dölitz seit 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Auf dem angrenzenden Gelände entstand in den Achtzigerjahren eines der größten städtischen Erholungsgebiete. Ausgedehnte Wege laden zu Spaziergängen bis nach Probstheida und Meusdorf ein. Richtung Lößnig befindet sich eine Gaststätte mit Terrasse.

Silbersee mit Neubaugebiet

Eine Reihe von Gewässern und Spielplätze zeichnen die Anlage aus. Zu den Besonderheiten zählt der Silbersee mit seinen Wasservögeln verschiedener Größen. Daneben gibt es auch ein kleines Moorgebiet mit Fröschen. Weiter hinten wurde ein Waldarboretum angelegt, in dem exotische Gewächse aus Nordamerika und Nordasien besichtigt werden können. Für Freunde des Automodellsports gibt es einen speziellen Rundparcours. Den besten Überblick hat man vom Aussichtshügel, der ein Panorama auf das Lößniger Neubaugebiet, die Innenstadt, das Völkerschlachtdenkmal, Dösen und das südliche Umland bietet.

Blick vom Aussichtshügel auf Lößnig

Zug und Straßenbahn

Der Bahnhof Connewitz liegt am Rande von Lößnig. Ein Zugang über Treppen besteht von der Karl-Jungbluth-Straße her. Fahrtdauer vom Leipziger Hauptbahnhof etwa zehn Minuten, von Zwickau knapp 70 Minuten, von Borna eine halbe Stunde. Der westliche Teil an der Bornaischen Straße ist durch die Straßenbahnlinie 11 (Schkeuditz-Wahren-Leipzig-Connewitz-Dölitz-Markkleeberg) angebunden. Fahrtdauer ins Zentrum knapp 20 Minuten oder sechs Minuten nach Markkleeberg.

Endhaltestelle Lößnig

Der östliche Teil mit dem Neubaugebiet Lößnig und dem Rundling ist durch die Straßenbahnlinien 10 (Wahren-Leipzig-Connewitz-Lößnig) und 16 (Messegelände-Leipzig-Lößnig) angebunden. Darüber hinaus verbindet die Buslinie 79 den Bahnhof mit den beiden Gegenden und fährt saisonal auch bis zum Cospudener See und in andere Stadtteile.

Endhaltestelle Lößnig

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