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Kirchliches Archiv Leipzig

Am Thomaskirchhof befindet sich in zentraler Lage der Stadt das Kirchliche Archiv Leipzig (KAL Leipzig). Die Anschrift lautet Burgstraße 1-5, 04109 Leipzig. Es verfügt über keine eigene Homepage, die Kontaktdaten und andere Informationen kann man aber verschiedenen genealogischen Seiten im Internet entnehmen. Hier sind bisweilen auch die Öffnungszeiten aufgeführt. An allen Werktagen außer Mittwoch ist das Archiv von 10 bis 12 Uhr geöffnet und dann wieder nachmittags nach einer ein- bis zweistündigen Ruhepause, die erfahrungsgemäß mit den Mitarbeitern abgestimmt werden kann. Die Forschungsgebühr beträgt 5 Euro.

Besucher betreten das Vorderhaus durch den Eingang, halten sich dann rechts und kommen in ein kleines überdachtes Atrium. Hier steht ein montierter steinerner Türbogen von 1674 mit floralen Mustern, ein echtes Museumsstück, das auch so den Besuch dieses Hauses belohnt. Von dem Atrium gelangt man in das Hinterhaus. Die Räumlichkeiten befinden sich in der 3. Etage, zum Einlass muss man die Klingel betätigen.

Innenhof mit steinernem Türbogen

Das Archiv hatte bis vor ein paar Jahren seinen Sitz in Plagwitz und war dreimal größer. Dann kam der Beschluss, die Einrichtung zu verkleinern, und neben dem Umzug wurden auch große Teile der Bestände ausgelagert. Das ist vor allem für Hobbyforscher sehr bedauerlich, weil einige Dokumente nun einfach ohne die Möglichkeit zur Einsichtnahme verwahrt werden, anderes wurde in die Obhut der Ursprungsorte zurückgegeben, und wiederum weitere Dinge sind jetzt in Dresden im Landeskirchenarchiv. Was man also hier im KAL noch findet, bezieht sich hauptsächlich auf die Stadt Leipzig und einige, auch abgebaggerte Orte im Umland.

Zur Einsicht steht ein kleiner Benutzerraum zur Verfügung. Man wird gefragt, wonach man sucht, und die Materialien werden einem an den Platz gebracht. In diesem Raum gibt es seitlich an den Wänden Schränke mit Familienkarteien, die nach Taufen, Trauungen und Sterbefällen geordnet sind. Wenn Familiennamen bekannt sind, kann man sich so erstmal eine Übersicht verschaffen, ob hierzu Materialien vorhanden sind. Natürlich kann man auch direkt suchen und sich die Kirchenbücher bzw. Duplikate durchsehen, die hier aufbewahrt werden.

Burgstraße 1-5 auf der linken Bildhälfte

Der Bestand schwankt stark. Zu Schönefeld mit Sellerhausen, Reudnitz u.a. gibt es Einträge erst ab 1800, weil die vorherigen Kirchenbücher in der Völkerschlacht verbrannt sind. Andere Bücher sind lückenhaft, oder beginnen noch später. Die Bücher von Knauthain etwa wurden an ihren Ursprungsort zurückgebracht, und andere Stadtteile sind komplett im Umland eingepfarrt. Dennoch lassen sich vor allem dann gute Funde machen, wenn man in Leipzig nicht nur eine, sondern mehrere familiengeschichtliche Quellen zur Verfügung hat, nach denen man suchen kann. Wertvoll sein können zudem die im Archiv aufbewahrten Kirchenbücher einiger, auch abgebaggerter Orte im Umland, wie Breunsdorf, Cröbern, Kieritzsch, Magdeborn, Panitzsch etc. Zu Markranstädt und angrenzenden Orten gibt es auch noch Inventar.

Sofern man sein Forschungsgebiet auf die Stadt Leipzig oder die anderen, im Archiv spärlich gestreuten Orte eingrenzen kann, ist ein Besuch im KAL empfehlenswert. Man wird gut beraten und kann sich jederzeit an die Mitarbeiter wenden, auch wenn man mal die alte Schrift nicht gut lesen kann. Vor einem Besuch muss man sich telefonisch anmelden, hier kann man sich auch nach dem Inventar erkundigen. Die Anreise ist recht einfach. Weil das Archiv direkt in der Innenstadt, neben der Thomaskirche ist, kommt man gut mit dem Zug, ÖPNV oder Auto dorthin. Auch noch sehr sehenswert sind die bestimmt hundert Jahre alten Glasfenster im Treppenhaus des Hauptgebäudes mit puttenähnlichen Darstellungen.

http://www.evlks.de/landeskirche/landeskirchenamt/682.html

http://wiki-de.genealogy.net/Kirchliches_Archiv_Leipzig

http://www.lgg-leipzig.de/info-kal-i.asp

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