Deutsche Zentralstelle für Genealogie

Die Zentralstelle hat es sich zur Aufgabe gemacht, genealogische Quellen zu sichern, aufzubewahren und zur Sichtung zur Verfügung zu stellen. Neben gedruckter Literatur gehören dazu auch unveröffentlichte Sammlungen wie Ahnenlisten, genealogische Arbeiten oder Abschriften aus alten Büchern. Zum Inventar gehören auch die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes und der Gesamtkatalog der Personalschriften- und Leichenpredigtensammlung.

Schongauerstraße 1

Bestände
Im Lesesaal befindet sich eine alphabetisch geordnete Karteikartensammlung, die Auskunft über vorhandenes Material zu tausenden Familien gibt. Zum Grundstock gehören natürlich alle Bände der Deutschen Geschlechterbücher (Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien), der Adelshandbücher und weitere Standardliteratur. Diese Bände enthalten eine Fülle an Daten aus gesammelten Ahnenlisten. Wie jedes größere Werk, sind sie durch ein Namensregister erschlossen.

Beliebt bei Forschern sind die Kirchenbuch-Verfilmungen, die schon vor dem Krieg begonnen wurden. Sie umfassen alle deutschen Bundesländer, die ehemaligen deutschen Ostgebiete, Böhmen und Mähren und deutschsprachige Gebiete im Ausland (ehemaliges Österreich-Ungarn, Baltikum, Ukraine usw.). Weitere Filme enthalten Stadt-, Gerichts- und Steuerbücher unterschiedlicher Herkunft. Ob zu einem konkreten Ort Materialien vorliegen, lässt sich im Archiv in den Bestandsverzeichnissen nachschlagen. Verfilmungen existieren auch von zahlreichen Melderegistern, amtlichen Unterlagen wie Heimatscheinen, Bürgerbüchern uvm.

Für die Filmansicht steht ein großer Raum mit Lesegeräten zur Verfügung. Gegen Gebühr kann man auch drucken und Bilder auf einen mitgebrachten USB-Stick abspeichern. Anders als bei den Archivalien, braucht man dafür meist keine Voranmeldung. Leseplätze sind in ausreichender Anzahl vorhanden. Eine Übersicht der Mikrofilme gibt es hier:

http://www.archiv.sachsen.de/archiv/bestand.jsp?oid=13.01&bestandid=21962

Sitz der Deutschen Zentralstelle für Genealogie

Archiv der AMF
Der Deutschen Zentralstelle ist auch das Archiv der AMF (Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung) angegliedert. Der Verein hat dort Räume angemietet, die Vorbestellung muss deshalb auch getrennt vorgenommen werden. Die Einsichtnahme findet jedoch im Lesesaal des Sächsischen Staatsarchivs statt. Dieses Archiv enthält nochmals eine Fülle an genealogischem Material aus Mitteldeutschland. Von hohem Wert sind dabei die bisher unveröffentlichten Arbeitsergebnisse und Nachlässe von regionalen Forschern. Zusätzlich sind alle Ausgaben der AMF Schriftenreihe einsehbar.

Vorab-Recherche
Benutzen können die Archive sowohl Privatpersonen als auch offizielle Stellen. Bevor man hierher kommt, sollte man sich informieren, ob die gewünschten Dokumente vorliegen. Das lässt sich zum Beispiel über die Onlinerecherche auf der Internetseite herausfinden:

http://www.archiv.sachsen.de/cps/suche.html
Die Deutsche Zentralstelle hat mehrere gedruckte Bestandsverzeichnisse herausgegeben. Sie können über die Fernleihe bestellt werden. Oder hier zur (noch nicht vollständigen) Online-Version:

http://www.archiv.sachsen.de/archiv/bestand.jsp?oid=13.01
Nicht alle Bestände sind im Internet gelistet. Für weitere Informationen kann man direkt an die Zentralstelle schreiben oder einfach anrufen.

Bis auf wenige, müssen alle Materialien vorbestellt werden. Das reicht normalerweise noch am Vortag. Auch vor Ort lässt sich noch bis 13 Uhr nachbestellen.

Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek. Alle Materialien dürfen nur vor Ort eingesehen und nicht mit nach Hause genommen werden. Beim ersten Besuch, oder für jedes angebrochene Jahr, ist ein Benutzerformular am hauseigenen PC auszufüllen und zu unterschreiben. Die Benutzung ist kostenlos. Für das Archiv der AMF gibt es eigene Formalien. Die Mitarbeiter helfen bei Problemen gerne weiter, geben Auskunft über den Bestand und können auch mal behilflich sein, wenn es um das Lesen der alten Schrift geht.

Bushaltestelle am Paunsdorf-Center

http://www.bahn.de (Deutsche Bahn)

http://www.lvb.de (Leipziger Verkehrsbetriebe)
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Kirchliches Archiv Leipzig

Am Thomaskirchhof befindet sich in zentraler Lage der Stadt das Kirchliche Archiv Leipzig (KAL Leipzig). Die Anschrift lautet Burgstraße 1-5, 04109 Leipzig. Es verfügt über keine eigene Homepage, die Kontaktdaten und andere Informationen kann man aber verschiedenen genealogischen Seiten im Internet entnehmen. Hier sind bisweilen auch die Öffnungszeiten aufgeführt. An allen Werktagen außer Mittwoch ist das Archiv von 10 bis 12 Uhr geöffnet und dann wieder nachmittags nach einer ein- bis zweistündigen Ruhepause, die erfahrungsgemäß mit den Mitarbeitern abgestimmt werden kann. Die Forschungsgebühr beträgt 5 Euro.

Besucher betreten das Vorderhaus durch den Eingang, halten sich dann rechts und kommen in ein kleines überdachtes Atrium. Hier steht ein montierter steinerner Türbogen von 1674 mit floralen Mustern, ein echtes Museumsstück, das auch so den Besuch dieses Hauses belohnt. Von dem Atrium gelangt man in das Hinterhaus. Die Räumlichkeiten befinden sich in der 3. Etage, zum Einlass muss man die Klingel betätigen.

Innenhof mit steinernem Türbogen

Das Archiv hatte bis vor ein paar Jahren seinen Sitz in Plagwitz und war dreimal größer. Dann kam der Beschluss, die Einrichtung zu verkleinern, und neben dem Umzug wurden auch große Teile der Bestände ausgelagert. Das ist vor allem für Hobbyforscher sehr bedauerlich, weil einige Dokumente nun einfach ohne die Möglichkeit zur Einsichtnahme verwahrt werden, anderes wurde in die Obhut der Ursprungsorte zurückgegeben, und wiederum weitere Dinge sind jetzt in Dresden im Landeskirchenarchiv. Was man also hier im KAL noch findet, bezieht sich hauptsächlich auf die Stadt Leipzig und einige, auch abgebaggerte Orte im Umland.

Zur Einsicht steht ein kleiner Benutzerraum zur Verfügung. Man wird gefragt, wonach man sucht, und die Materialien werden einem an den Platz gebracht. In diesem Raum gibt es seitlich an den Wänden Schränke mit Familienkarteien, die nach Taufen, Trauungen und Sterbefällen geordnet sind. Wenn Familiennamen bekannt sind, kann man sich so erstmal eine Übersicht verschaffen, ob hierzu Materialien vorhanden sind. Natürlich kann man auch direkt suchen und sich die Kirchenbücher bzw. Duplikate durchsehen, die hier aufbewahrt werden.

Burgstraße 1-5 auf der linken Bildhälfte

Der Bestand schwankt stark. Zu Schönefeld mit Sellerhausen, Reudnitz u.a. gibt es Einträge erst ab 1800, weil die vorherigen Kirchenbücher in der Völkerschlacht verbrannt sind. Andere Bücher sind lückenhaft, oder beginnen noch später. Die Bücher von Knauthain etwa wurden an ihren Ursprungsort zurückgebracht, und andere Stadtteile sind komplett im Umland eingepfarrt. Dennoch lassen sich vor allem dann gute Funde machen, wenn man in Leipzig nicht nur eine, sondern mehrere familiengeschichtliche Quellen zur Verfügung hat, nach denen man suchen kann. Wertvoll sein können zudem die im Archiv aufbewahrten Kirchenbücher einiger, auch abgebaggerter Orte im Umland, wie Breunsdorf, Cröbern, Kieritzsch, Magdeborn, Panitzsch etc. Zu Markranstädt und angrenzenden Orten gibt es auch noch Inventar.

Sofern man sein Forschungsgebiet auf die Stadt Leipzig oder die anderen, im Archiv spärlich gestreuten Orte eingrenzen kann, ist ein Besuch im KAL empfehlenswert. Man wird gut beraten und kann sich jederzeit an die Mitarbeiter wenden, auch wenn man mal die alte Schrift nicht gut lesen kann. Vor einem Besuch muss man sich telefonisch anmelden, hier kann man sich auch nach dem Inventar erkundigen. Die Anreise ist recht einfach. Weil das Archiv direkt in der Innenstadt, neben der Thomaskirche ist, kommt man gut mit dem Zug, ÖPNV oder Auto dorthin. Auch noch sehr sehenswert sind die bestimmt hundert Jahre alten Glasfenster im Treppenhaus des Hauptgebäudes mit puttenähnlichen Darstellungen.

http://www.evlks.de/landeskirche/landeskirchenamt/682.html

http://wiki-de.genealogy.net/Kirchliches_Archiv_Leipzig

http://www.lgg-leipzig.de/info-kal-i.asp
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Prießnitz

Prießnitz ist ein Dorf mit 750 Einwohnern und liegt im Landkreis Leipzig. Mit weiteren Orten der Umgebung bildete es die Gemeinde Eulatal, bevor diese zur Stadt Frohburg kam. Weitere Städte in der Umgebung sind Borna (zehn Kilometer), Geithain (neun Kilometer) und Bad Lausick (sechs Kilometer). Während die Landschaft westlich von hier von größeren Tagebauen geprägt ist, befindet sich östlich mit dem Colditzer Forst ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet. Südlich liegt das Kohrener Land mit sanften Erhebungen und einer Anzahl von Burgen.

Das Bauernrathaus

Ländliches Leben und viel Ruhe


Weshalb sollte man Prießnitz besuchen ? Im ganzen Ort befinden sich zahlreiche gut erhaltene und restaurierte Fachwerkhäuser und Gehöfte. Zu ihnen gehört auch das Bauernrathaus vom Beginn des 18. Jahrhunderts. Es steht an der Einmündung zur Badstraße, gleich neben der Bushaltestelle Prießnitz, Dreieck. Von dort aus ist das Schloss schon in Sichtweite, man läuft nur noch die Straße hinunter. Es hat seine Ursprünge im Mittelalter und war von 1380 bis 1918 von der Familie von Einsiedel bewohnt. Nach mehrfachen Umbauten und Renovierungen kam es nach der deutschen Einheit in den Besitz der Gemeinde Prießnitz.

Rittergut Prießnitz

Schloss und Rittergut Prießnitz

Heute kümmert sich ein Heimatverein um die Instandhaltung der Anlage. Untergebracht ist hier die Heimatstube Prießnitz mit einer Ausstellung „Ländliches Brauchtum“. Direkt im Innenhof kann man sich davon einen Eindruck machen. Dort stehen eine Anzahl alter bäuerlicher Geräte, die früher auf dem Land benutzt wurden. In der Scheune nebenan widmet sich jeder Bereich einer anderen Thematik aus dem ansässigen Handwerk. Mittlerweile sind verschiedene Teile des Schlosses und Rittergutes wieder sehr schön restauriert, sodass die Besichtigung auch Spaß macht.

DDR-Feuerwehr im Schlosshof

Vom Innenhof gelangt man in den Garten der Anlage. Ein Rundweg führt hindurch und nimmt den Besucher mit in eine harmonische Welt. An einer Seite befindet sich ein steinernes Becken, das mit Wasser aus einem wasserspeienden Kopf versorgt wird. An der anderen Seite wurde aus natürlichen Materialien wie Stroh, Holz und Ziegeln ein Haus für Insekten geschaffen. Verschiedentlich sind Bänke aufgestellt, auf denen man sich eine Pause gönnen und die Ruhe genießen kann. Keine Straßengeräusche, keine Abgase stören den Frieden, es herrscht eine freundliche Atmosphäre.

Blick zum Schloss

Sakrale Schätze in der Kreuzkirche

Direkt über die Straße steht die evangelische Kreuzkirche, die um 1500 im Stil der Spätgotik erbaut wurde. Sie wurde von der Familie von Einsiedel stets gut bedacht und ist darum mit reichen Kirchenschätzen aus dem Barock ausgestattet. Die Wände, der Altar und auch die Kanzel sind mit kunstreichen Gemälden verziert, viel Gold gehört zu den liebevollen Details, die diese Kirche ausmachen. Die Sitzbänke für die Gottesdienstbesucher befinden sich teils im Raum, teils unter der Empore. Auf ihr steht die Orgel, und es gibt eine geringe Anzahl weiterer Sitzreihen. Anzunehmen ist, dass diese Plätze aufgrund der guten Aussicht wohl den höher gestellten Persönlichkeiten vorbehalten waren.

Spätgotische Kreuzkirche

Um die Kirche herum

Gleich nebenan liegt der Friedhof, auf dem es noch einige Grabsteine gibt. Heute werden die Verstorbenen woanders bestattet. Eingänge zum Kirchhof sind an der Badstraße oder einer Nebengasse, die zur Frohburger Straße hin verläuft. Eine Besichtigung wert ist auch das gleich nebenan liegende Pfarranwesen. Durch ein Tor gelangt man in den Hof. Früher gab es hier sicherlich auch Tierhaltung, ein Nebengebäude mit Scheunentor ist noch vorhanden. Zur warmen Jahreszeit geben sich die Nutzer viel Mühe und schmücken den Außenbereich mit bunten Blumen aus. Wenn das Pfarramt geöffnet ist, kann man hier auch nach dem Schlüssel oder einer Führung durch die Kirche fragen.

Fachwerkanwesen mit Pfarramt neben der Kirche

Das Waldbad – ein lauschiger Ort

Im weiteren Verlauf der Badstraße finden sich wieder einige alte Bauernhäuser. Wie man schon an dem Namen der Straße erkennt, führt sie zum Waldbad. Das ist ein mehrere hundert Meter langer See mit einer Insel und einem breiten Grünstreifen zum Sonnen und Entspannen. Auch Seerosenteppiche schwimmen in dem sauberen Wasser. Vor dem benachbarten Sportheim gibt es eine kleine Bühne für Freiluftveranstaltungen. Wer lieber laufen mag, kann dies in dem angrenzenden Naturschutzgebiet tun. Der Weg führt durch den Wald bis in die Nachbarorte Frauendorf und Frankenhain.

Das Waldbad
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Lößnig

Wie viele der Orte rund um Leipzig hat Lößnig einen sorbischen Ursprung. Der Stadtteil liegt gut fünf Kilometer südlich des Zentrums. Seine ältesten Häuser und die Kirche befanden sich zwischen der heutigen Mühlpleiße und der Bornaischen Straße. Die Ersterwähnung erfolgte um 1040 als „Lesnic“. Im Mittelalter führte die Fernhandelsstraße Via Imperii von Norddeutschland nach Italien hier vorbei. In Leipzig traf sie auf die Via Regia von Nowgorod über Königsberg und Breslau nach Frankfurt und Paris. Das bedeutete für den Ort gute wirtschaftliche Voraussetzungen.

Gethsemanekirche

Im Zuge der Reformation wurde Lößnig evangelisch. Bis zum Dreißigjährigen Krieg bildete es eine eigene Pfarrei. Seine Ehepartner suchte man sich im näheren Umfeld. Die Familien bildeten große Gemeinschaften, deren Namen über Generationen in den Kirchenbüchern belegt sind. Zuwanderung aus weit entfernten Orten gab es selten. Gute Beziehungen bestanden zu den Nachbarorten Dölitz und Connewitz wie auch zu Markkleeberg, das dann über zwei Jahrhunderte die kirchlichen Angelegenheiten übernahm. 1877 wurde die heutige Gethsemanekirche errichtet. 1891 kam der Ort zu Leipzig, und schon bald entstanden auf den Fluren neue Straßenzüge und Gebäude im Stil der Gründerzeit. Dabei handelt es sich keinesfalls um reine Arbeitersiedlungen. Lößnig besitzt durch sein vieles Grün und die gute Anbindung zur Stadt eine hohe Wohnqualität.

Eines der wenigen alten Häuser

Heute ist der Ort vorwiegend an Leipzig ausgerichtet. Die evangelischen Christen werden von Connewitz aus betreut, die Katholiken besuchen dort die Sankt-Bonifatius-Kirche. Schon längst ist die Gemarkung von Lößnig zum größten Teil bebaut. Dadurch entstanden zwei Zentren, die auch für Bewohner anderer Leipziger Stadtteile relevant sind. Eines an der Bornaischen Straße, Ecke Siegfriedstraße, das andere im Neubaugebiet Lößnig an der Zwickauer Straße. Beide Gegenden sind durch Straßenbahnlinien mit der Innenstadt verbunden bzw. untereinander durch eine Buslinie.

Am Rembrandtplatz

Die architektonische Besonderheit ist die „Rundling“ genannte Wohnsiedlung am Ende der Siegfriedstraße. Auf dieser Fläche befanden sich bis zu den 1920er Jahren landwirtschaftliche Nutzflächen. Ab 1929 wurde die Siedlung im Stil der neuen Moderne angelegt. Die Bauweise mit den flachen Dächern und futuristischen Designs war für die damalige Zeit geradezu revolutionär. Die Wohnhäuser gruppieren sich um eine kreisrunde Straßenanlage und in einigen Nebenstraßen. Diese sind nach Figuren aus der Nibelungensage benannt, daher ist auch der Name „Nibelungensiedlung“ geläufig.

Siegfriedplatz

Sie tragen die Namen Siegfriedstraße, Nibelungenring, Kriemhildstraße, Etzelstraße, Giselherstraße, Dankwartstraße und weitere mehr. In der Mitte liegt der begrünte Siegfriedplatz mit einer Anzahl von Sitzbänken. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Siedlung bombardiert. Heute sind die maroden Hinterlassenschaften beseitigt und man kann das Ensemble in einem sanierten Zustand besichtigen. Nördlich davon entstand wenig später die Gudrunsiedlung, deren Straßen ebenfalls nach nordischen Sagengestalten benannt sind. Die gesamte Gegend stellt einen besonders schutzwürdigen architektonischen Komplex dar.

Giselherstraße

Während der DDR-Zeit kam nordöstlich das Neubaugebiet Lößnig hinzu, das mit seinen Plattenbauten zwar keine herausragende Sehenswürdigkeit ist. Für Menschen, die im westlichen Teil Europas aufgewachsen sind, mögen sie befremdlich wirken. Diese Bauweise war ein Merkmal des Sozialismus und sollte vielen Menschen günstigen Wohnraum auf hohem Niveau verschaffen. Beliebt waren die Wohnungen, denn hier gab es Heizungen, und man musste keinen Ofen anwerfen.

Zwickauer Straße

Zur Nahversorgung entstand an der Zwickauer Straße, Ecke Johannes-R.-Becher-Straße ein größeres Einkaufszentrum. Es ist in zwei räumlich voneinander getrennte Gebäude untergliedert. In jedem gibt es einen Supermarkt, (Fach-) Geschäfte, Drogeriebedarf, Bäcker und auch Cafés und Imbiss. Heute ist diese Art zu wohnen nicht mehr so gefragt. Wer es sich leisten kann, bevorzugt die sanierten Gründerzeitwohnungen. Allerdings gibt es in diesem Stadtteil mehrere Studentenwohnheime. Ein zusätzliches Plus ist die Nähe zur Gartenvorstadt Marienbrunnen, zum Südfriedhof und dem Völkerschlachtdenkmal. Und schließlich gewährleisten die Straßenbahnen und Busse der Leipziger Verkehrsbetriebe eine gute Anbindung zum Zentrum und den benachbarten Stadtteilen.

Einkaufszentrum Moritzhof

Im Jahre 1895 wurde eine Braunkohletiefbaugrube aufgeschlossen, die bis 1959 in Betrieb war. Ein Komplex mit bis heute erhaltenen Gebäuden ist unter dem Namen „Schacht Dölitz“ seit 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Auf dem angrenzenden Gelände entstand in den achtziger Jahren eines der größten städtischen Erholungsgebiete. Ausgedehnte Wege laden zu Spaziergängen bis nach Probstheida und Meusdorf ein. Richtung Lößnig befindet sich eine Gaststätte mit Terrasse.

Silbersee mit Neubaugebiet

Eine Reihe von Gewässern und Spielplätze zeichnen die Anlage aus. Zu den Besonderheiten zählt der Silbersee mit seinen Wasservögeln verschiedener Größen. Daneben gibt es auch ein kleines Moorgebiet mit Fröschen. Weiter hinten wurde ein Waldarboretum angelegt, in dem exotische Gewächse aus Nordamerika und Nordasien besichtigt werden können. Für Freunde des Automodellsports gibt es einen speziellen Rundparcours. Den besten Überblick hat man vom Aussichtshügel, der ein Panorama auf das Lößniger Neubaugebiet, die Innenstadt, das Völkerschlachtdenkmal, Dösen und das südliche Umland bietet.

Blick vom Aussichtshügel auf Lößnig

Zug und Straßenbahn

Der Bahnhof Connewitz liegt am Rande von Lößnig. Ein Zugang über Treppen besteht von der Karl-Jungbluth-Straße her. Fahrtdauer vom Leipziger Hauptbahnhof etwa zehn Minuten, von Zwickau knapp 70 Minuten, von Borna eine halbe Stunde. Der westliche Teil an der Bornaischen Straße ist durch die Straßenbahnlinie 11 (Schkeuditz-Wahren-Leipzig-Connewitz-Dölitz-Markkleeberg) angebunden. Fahrtdauer ins Zentrum knapp 20 Minuten oder sechs Minuten nach Markkleeberg.
Endhaltestelle Lößnig

Der östliche Teil mit dem Neubaugebiet Lößnig und dem Rundling ist durch die Straßenbahnlinien 10 (Wahren-Leipzig-Connewitz-Lößnig) und 16 (Messegelände-Leipzig-Lößnig) angebunden. Darüber hinaus verbindet die Buslinie 79 den Bahnhof mit den beiden Gegenden und fährt saisonal auch bis zum Cospudener See und in andere Stadtteile.
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