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Thallwitz - Sägemühle

Landkreis: Leipzig

Straße: Mühlenstraße 32

PLZ, Ort: 04808 Thallwitz

Internetseite: www.gemeinde-thallwitz.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=77571

Information: Heimatverein Thallwitz e.V.
Mühlenstraße 32
04808 Thallwitz
Tel.: (03425) 923320

Öffnungszeiten: Siehe Internetseite

Führungen: Ja

Für Kinder ab:
3 Jahre

Für Behinderte geeignet: Ja
Teilweise - Außenbereich

Beschreibung:

Die erstmalige Erwähnung der Schneidemühle ist im Jahre 1790 erfolgt. Die also mehr 200 Jahre alte Produktionsanlage ist noch weitgehend original erhalten und verdient alle Aufmerksamkeit – zumal sie noch voll funktionstüchtig ist und auch genutzt wird. Unübersehbar – das waagerechte Sägegatter, dass deutlich an eine Scheitsäge, wie sie die Zimmerleute in früheren Zeiten benutzten, erinnert.

Angetrieben durch eine lange hölzerne Pleuelstange, Kurbeltrieb und Schwungscheibe und einen langen ledernen Treibriemen, der in dunkler Tiefe unter die Anlage führt und mit oft lautem Klatschen davon kündet, dass sich hier etwas bewegt. Der Schlitten, auf dem die Stämme befestigt und dem Sägeblatt entgegen geführt werden, besteht im Wesentlichen noch aus dem Holz, aus dem sein Erbauer ihn damals gefertigt hat.

Auch der Rahmen für das Sägegatter und die Winde zum Bewegen der Baumstämme sehen so alt aus wie sie sind. Aber altersschwach sind sie nicht, davon kann sich jeder Besucher überzeugen!

Unter den Dielen, denen man durchaus die Strapazen der Jahrhunderte ansieht, die man aber vertrauensvoll betreten kann, grummelt der Antrieb der gesamten Anlage. Kraftquelle ist seit dem 24. September 1999 wieder ein oberschlächtiges Wasserrad.
Wenn der Schütz am Ende des Gerinnes gezogen wird und das Wasser schäumend in die Schaufeln tobt, dann stehen bis zu ca. 10 PS Naturleistung zur Verfügung. Schätzungsweise so um die 7 t lasten dann auf den Lagerzapfen der 7,5 m langen und selbst 2,6 t schweren 8-eckigen Welle aus Eichenholz.
Die Stahllagerzapfen laufen in Lagerschalen aus Ölschiefer (Katzenstein) zuverlässig seit über 200 Jahren. Den Schmierstoff, den es braucht, liefert sich das Lager selbst, denn Öl tritt aus dem Stein.

Ein Erlebnis besondere Art ist der Blick in den Keller, in dem der Antrieb des Mühlenrades überall dahin geleitet wird, wo sich etwas drehen muss. Man taucht in ein Getriebe aus Rädern und ledernen Treibriemen, gusseisernen Zahnrädern, eins sogar noch mit hölzernen Zähnen, ein.
Staunend kann man die sinnreiche Kombination von Transmissionswellen, Übersetzungen und Kupplungen betrachten. Hochachtung vor der genialen Einfachheit, mit der auch frühere Konstrukteure technische Problem lösten – staunend auch, wie vergleichsweise leise sich dieses ganze Räderwerk bewegt.

Dass die Anlage heute überhaupt wieder und dazu noch mit Wasserkraft betrieben werden kann, ist der hartnäckigen Initiative des Heimatvereins Thallwitz e.V. und nicht zuletzt durch die Unterstützung der Gemeinde Thallwitz zu verdanken.



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