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Zwenkau

Die Gegend um Zwenkau ist seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt. Funde reichen von der Frühzeit über Germanen, die Römerzeit und Slawen bis hin ins Mittelalter. Unter dem Schutz einer Burg konnte sich die kleine Stadt mit ein paar hundert Einwohnern entwickeln.

Der Kirchberg

Später lebten die Leute als Handwerker oder vom Handel. Berufszweige waren in etwa die Textilverarbeitung (Wollkämmerer, Schneider), Korbmacher, Schmiede, Tischler und Maurer, aber auch Bäcker, Gastwirte und Apotheker waren in der Stadt zu Hause. Krämer sorgten für die Verteilung von Waren an die Kundschaft von außerhalb. Die Menschen konnten gleichzeitig mehrere Berufe haben oder diese im Laufe ihres Lebens ändern.

Zwenkauer Frühlingslandschaft um 1900

Im 18. Jahrhundert existierten Bezeichnungen für Zwenkauer Wohnplätze wie „In der Vorstadt“ und „Auf dem Berge“. Die Orte Kotzschbar und Imnitz waren bis ins 20. Jahrhundert eigenständig. Es gab eigene Bezeichnungen für die Bürgerschaft, mit der bestimmte Rechte und Pflichten verbunden waren. Ansonsten wurden hier wohnende Menschen als „Einwohner“, „Nachbar“ oder „Hausbesitzer“ genannt.

Am Markt

Nach 1900 wurde in der Umgebung Braunkohle gewonnen. Dies schuf Arbeitsplätze, zerstörte aber unwiederbringlich immer mehr Land. Die Verbindung nach Leipzig wurde unterbrochen, das Waldgebiet Harth zerstört, Dörfer verschwanden. Nach der Stilllegung des Tagebaus erfuhr die Stadt einen stetigen Aufschwung. Aus der Grube entstand der Zwenkauer See. Die Häuser konnten saniert, die Landschaft rekultiviert werden. Mehrere Dörfer wurden nach und nach eingemeindet. Am Hafen wurden neue Häuser und touristische Einrichtungen gebaut.

Hafenmole

Das Rathaus

Die Stadtverwaltung befindet sich in einem ehemaligen Schloss. Früher gab es hier auch ein Amtsgericht. Es bildet gegenüber der Stadtkirche Sankt Laurentius einen Hauptakzent in der Stadt. Nach einem slawischen Wall entstand an dieser Stelle um 950 eine Burg, die mehrmals durch Kriege und Brände zerstört wurde. Im 19. Jahrhundert kamen ein Gefängnis und das Gerichtsamt hinzu. Um 1900 erfolgten größere Baumaßnahmen. Kurz nach der Jahrtausendwende wurden Umfassungsmauer und Innenhof so gestaltet, dass heute hier Krämer- und Wochenmärkte stattfinden können.

Zwenkauer Rathaus

Die Laurentiuskirche

Sie wurde in der späten Barockzeit eingeweiht. Von damals hat sich noch viel vom Inventar erhalten. Hierzu gehören die Kreuzigungsgruppe und das Abendmahlsrelief des Bildhauers Caspar Friedrich Löbelt. Die Kanzel kommt aus einer Dresdner Kirche und war ein Geschenk August des Starken. Der barocke Taufstein wurde von Martin Krötzsch gestaltet. Zu den ältesten Stücken gehört ein Gedenkstein aus dem späten Mittelalter.

Laurentiuskirche

Das Haus Rabe

Für Freunde moderner Architektur empfiehlt sich der Besuch des Haus Rabe in der Friedrich-Ebert-Straße 26. Es wurde 1930 im Bauhausstil erbaut. Die Architekten waren Adolf Rading und Oskar Schlemmer. Ähnlich wie bei den Mustersiedlungen in Dessau und Stuttgart handelt es sich um einen für die damalige Zeit außergewöhnlichen Baustil. In zahlreichen Publikationen ist dieses Gebäude erwähnt und abgebildet. Bewohnt wurde es von der jüdischen Familie Rabe. In den neunziger Jahren fand eine Sanierung statt. Das Innere weist zahlreiche Fresken, Installationen und Wandmalereien von Oskar Schlemmer auf. Das Gebäude wird heute privat genutzt, kann jedoch von außen besichtigt werden.

Haus Rabe

Der Wasserturm

Angrenzend an das Krankenhaus steht der 1904 erbaute Wasserturm. Er gilt als Kulturdenkmal. Das Wasser wird von der Elbaue-Ostharz GmbH eingespeist. Die Höhe des aus gelbem Klinker gemauerten Gebäudes beträgt 47 Meter. Das Fassungsvermögen beträgt 300 Kubikmeter, und 2004 wurde der Turm generalüberholt. Er ist eines der Wahrzeichen von Zwenkau.

Der Wasserturm

Cospudener See

Zu Zwenkau gehört zum einen der Weg an der Südspitze des Sees, zum anderen die Bistumshöhe, wo die drei Städte Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau aneinander grenzen. Die Streckenlänge zwischen Zwenkau und dem Cospudener See beträgt sieben Kilometer. Auf der Bistumshöhe steht ein 35 Meter hoher Aussichtsturm, der während der Sommersaison geöffnet ist. Der Blick umfasst den gesamten Cospudener See, Leipzig mit City-Hochhaus, Turm des Neuen Rathauses und Völkerschlachtdenkmal, Grünau, die südlichen Stadtteile, Markkleeberg, die Neue Harth, den Freizeitpark Belantis, den Zwenkauer See und das Umland mit der Leipziger Seenlandschaft.

Cospudener See vom Turm Bistumshöhe

Dorfkirchen rund um Zwenkau

Zitzschen ist ein altes Bauerndorf. Den Mittelpunkt bildet eine restaurierte, im Barock gehaltene Kirche. Sie enthält eine sehenswerte Orgel der Brüder Trampeli vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Dorfkirche in Zitzschen

Die Kirche in Wiederau wurde bereits um 1300 erwähnt. Später wurde das romanische Gotteshaus im Barock umgebaut. Ausstattung und Malereien aus dieser Stilepoche prägen den Innenraum. Wiederau ist ein ehemaliges Bauerndorf mit vielen Fachwerkhäusern und einem Schloss. 

Pfarrhaus mit Kirche in Wiederau

Die Kirche in Großdalzig ist der Stolz der Bewohner und wurde, wie oft in dieser Gegend, im Barockstil gestaltet. Der Turm stammt aus dem 17. Jahrhundert, das Kirchenschiff wurde über 100 Jahre später erbaut. Im Zweiten Weltkrieg büßte die Kirche ihre Glocke ein, durch eine Luftmine wurden die Fensterscheiben zerstört. Während der DDR-Zeit wurde das Gebäude laufend instand gehalten. Nach der Wende erfolgten umfassende Sanierungen. Rund um die Kirche befindet sich ein Friedhof, auf dem auch ein Denkmal für die Kriegsopfer steht.

Dorfkirche in Großdalzig

Die Tellschützer Kirche hat noch einen spätgotischen Turm, das Kirchenschiff ist aus dem 18. Jahrhundert. In den neunziger Jahren wurde sie saniert. Im Januar 2015 brannte die Kirche ab. Unter Teilnahme der Bevölkerung und durch Spendensammlung wird sie wieder aufgebaut. Im Juli 2015 fand der erste Gottesdienst in der noch eingerüsteten Kirche statt.

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