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Borna

Rund 30 Kilometer südlich von Leipzig liegt Borna mit seinen gut 20.000 Einwohnern. Hierher führt die teils vierspurige B 95, die nun als Autobahn 72 von Leipzig nach Chemnitz aus- bzw. neu gebaut wird.

Während der DDR-Zeit war die Stadt das Zentrum eines Braunkohlereviers, das die gesamte Umgebung radikal veränderte. Große Löcher wurden in den Boden gerissen, Dörfer verschwanden, Menschen mussten ihre Heimat verlassen, Neue kamen hinzu. Heute ist Borna der Sitz des Landkreises Leipzig und liegt in der Leipziger Neuseenlandschaft, die sich aus den Tagebaurestlöchern und den rekultivierten Uferbereichen entwickelt. Rund um die Stadt gibt es das Speicherbecken Borna, im Volksmund „Adria“ genannt, das Speicherbecken Witznitz und den Bockwitzer See.

Bahnhof Borna

Besichtigung der Altstadt

Gleich am Beginn der Altstadt steht das Reichstor, das einzig erhaltene Stadttor. Hier und in angrenzenden Gebäuden ist seit 1974 das Museum der Stadt Borna untergebracht. Es liefert einen Abriss von der Ur- und Frühgeschichte über das Mittelalter bis zur Geschichte des Musikinstrumentenbaus und des Braunkohlenbergbaus im Umland. Sammlungsgebiete sind Bodenfunde, Schriftgut, Fotografien und Materialien der Kultur- und Alltagsgeschichte. Das Reichstor wurde 1723 in barocker Form auf einem Vorgängerbau errichtet und beherbergt neben dem Museum auch eine begehbare Türmerstube.

Reichsstraße mit Stadttor

Weiter geht es durch die Reichsstraße mit ihren kleinen Geschäften bis zum Marktplatz. Mit seinem historischen Rathaus und dem Gasthof Goldener Stern ist er eine Sehenswürdigkeit der Stadt. Umgeben ist dieser als Fußgängerzone ausgewiesene Platz von Gebäuden, die teils mehr als 200 Jahre alt sind. Nach der Wende wurde hier restauriert sowie eine Begrünung und eine Skulpturengruppe angebracht. Geschäfte und Gastronomie konzentrieren sich in direkter Umgebung.

Rathaus mit Skulpturengruppe

Wenig davon entfernt steht die Stadtkirche Sankt Marien. Das Untergeschoss des Turmes stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1411 wurde der Chor neu erbaut, 1455 die Pfeiler und Gewölbe des Langhauses. Am 16. Oktober 1456 weihte der Merseburger Bischof das Bauwerk ein. Der Flügelaltar ist ein Zeugnis des Spätmittelalters und trägt über dem Mittelschrein das Entstehungsdatum 1511. Während der Völkerschlacht diente die Kirche als Lazarett, nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen prägt sie heute diesen Teil der Stadt.

Stadtkirche Sankt Marien

Gegenüber befindet sich die ehemalige Dorfkirche des durch den Braunkohletagebau zerstörten Ortes Heuersdorf. Um dieses Kulturgut zu retten, wurde die Emmauskirche 2007 auf 160 Rädern eines Speziallasters nach Borna umgesetzt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert soll neben der Nutzung zu Gottesdiensten und öffentlichem Einlass auch ein Ort der Begegnung für ehemalige Bewohner sein. Schriften und Infomaterial können im Innenraum erworben werden, geöffnet ist täglich.

Die Heuersdorfer Emmauskirche an ihrem neuen Standort

Die Tourist- und Stadtinformation am Markt bietet verschiedene thematische Führungen durch die Altstadt von Borna an. Es handelt sich hierbei um Stadtspaziergänge mit dem Schwerpunkt Emmauskirche, Osterspaziergang, Pfingstspaziergang, Borna im Advent, Sonderführungen sowie die ein- und zweistündigen Führungen. Vermittlungen und Ticketverkauf erfolgen direkt über die Touristinfo.

Der Marktplatz von Borna

Gute Aussichten von der Stadthalde

Vom Markt aus empfiehlt sich der Spaziergang zum Bahnhof. Hält man sich rechts, stößt man bald auf die vielbefahrene B 93 Richtung Altenburg. Von der Sachsenallee aus geht es nun zur Deutzener Straße und zur Luckaer Straße. Hier läuft man ein Stück und kann zur Stadthalde Borna aufsteigen. Es ist kein hoher Berg, bietet aber einige Aussichtspunkte, die den Besuch lohnen. Die Erhebung ist nahezu durchgängig mit Bäumen bewachsen. Kleine Pfade laden zur Erkundung ein, Rastmöglichkeiten sind vorhanden.

Auf der Stadthalde

Am Speicherbecken Borna


Hinter der Stadthalde führt die Luckaer Straße zu den Kleingärten. Diese Straße laufe man direkt geradeaus, bis sie aufhört. Dort führt ein Pfad nach links Richtung Wald. Nach einer Weile Fußmarsch durch diesen erreicht man schließlich das Speicherbecken Borna. Es liegt zwischen der Stadt und Deutzen und Regis-Breitingen. Die Volksmundbezeichnung lautet "Adria". Auf seinem Gebiet lagen früher einige Dörfer, die durch den Braunkohleabbau verschwanden. Das Speicherbecken hat Anschluss zur Pleiße und wurde 1977 in Betrieb genommen. Die Wasserfläche beträgt bei Vollstau insgesamt 572 Hektar. Am See gibt es Möglichkeiten zur Naherholung, wie Wandern, Boot fahren und Angeln. Auf Bornaer Seite sind große Bereiche unter dem Hauptweg mit Warnschildern vor Hangabrutschungen versehen, jedoch gibt es einen Surfstrand. Auf Deutzener Seite wurden Teile des Ufers mit Sand aufgeschüttet und bieten Rastmöglichkeiten.

Blick über das Speicherbecken Richtung Borna

Verkehrsanbindung


Von Leipzig über die A 38, Anschlussstelle Leipzig-Süd über die B 2, weiter Richtung Borna über die B 95, von Chemnitz über die B 95 bis Borna. Weitere Verbindungen: B 93 nach Altenburg und Zwickau, B 176 nach Groitzsch / Pegau und Colditz. Bahnanschluss über die MRB Leipzig-Markkleeberg-Borna-Geithain. Busverkehr in die gesamte Umgebung. Nächste Flughäfen mit internationalen Verbindungen: Leipzig / Halle etwa 50 km, Altenburg-Nobitz etwa 20 km.

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