Borna

Rund 30 Kilometer südlich von Leipzig liegt Borna mit seinen gut 20.000 Einwohnern. Hierher führt die teils vierspurige B 95, die nun als Autobahn 72 von Leipzig nach Chemnitz aus- bzw. neu gebaut wird.

Während der DDR-Zeit war die Stadt das Zentrum eines Braunkohlereviers, das die gesamte Umgebung radikal veränderte. Große Löcher wurden in den Boden gerissen, Dörfer verschwanden, Menschen mussten ihre Heimat verlassen, Neue kamen hinzu. Heute ist Borna der Sitz des Landkreises Leipzig und liegt in der Leipziger Neuseenlandschaft, die sich aus den Tagebaurestlöchern und den rekultivierten Uferbereichen entwickelt. Rund um die Stadt gibt es das Speicherbecken Borna, im Volksmund „Adria“ genannt, das Speicherbecken Witznitz und den Bockwitzer See.

Bahnhof Borna

Besichtigung der Altstadt

Gleich am Beginn der Altstadt steht das Reichstor, das einzig erhaltene Stadttor. Hier und in angrenzenden Gebäuden ist seit 1974 das Museum der Stadt Borna untergebracht. Es liefert einen Abriss von der Ur- und Frühgeschichte über das Mittelalter bis zur Geschichte des Musikinstrumentenbaus und des Braunkohlenbergbaus im Umland. Sammlungsgebiete sind Bodenfunde, Schriftgut, Fotografien und Materialien der Kultur- und Alltagsgeschichte. Das Reichstor wurde 1723 in barocker Form auf einem Vorgängerbau errichtet und beherbergt neben dem Museum auch eine begehbare Türmerstube.

Reichsstraße mit Stadttor

Weiter geht es durch die Reichsstraße mit ihren kleinen Geschäften bis zum Marktplatz. Mit seinem historischen Rathaus und dem Gasthof Goldener Stern ist er eine Sehenswürdigkeit der Stadt. Umgeben ist dieser als Fußgängerzone ausgewiesene Platz von Gebäuden, die teils mehr als 200 Jahre alt sind. Nach der Wende wurde hier restauriert sowie eine Begrünung und eine Skulpturengruppe angebracht. Geschäfte und Gastronomie konzentrieren sich in direkter Umgebung.

Rathaus mit Skulpturengruppe

Wenig davon entfernt steht die Stadtkirche Sankt Marien. Das Untergeschoss des Turmes stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1411 wurde der Chor neu erbaut, 1455 die Pfeiler und Gewölbe des Langhauses. Am 16. Oktober 1456 weihte der Merseburger Bischof das Bauwerk ein. Der Flügelaltar ist ein Zeugnis des Spätmittelalters und trägt über dem Mittelschrein das Entstehungsdatum 1511. Während der Völkerschlacht diente die Kirche als Lazarett, nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen prägt sie heute diesen Teil der Stadt.

Stadtkirche Sankt Marien

Gegenüber befindet sich die ehemalige Dorfkirche des durch den Braunkohletagebau zerstörten Ortes Heuersdorf. Um dieses Kulturgut zu retten, wurde die Emmauskirche 2007 auf 160 Rädern eines Speziallasters nach Borna umgesetzt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert soll neben der Nutzung zu Gottesdiensten und öffentlichem Einlass auch ein Ort der Begegnung für ehemalige Bewohner sein. Schriften und Infomaterial können im Innenraum erworben werden, geöffnet ist täglich.

Die Heuersdorfer Kirche an ihrem neuen Standort

Die Tourist- und Stadtinformation am Markt bietet verschiedene thematische Führungen durch die Altstadt von Borna an. Es handelt sich hierbei um Stadtspaziergänge mit dem Schwerpunkt Emmauskirche, Osterspaziergang, Pfingstspaziergang, Borna im Advent, Sonderführungen sowie die ein- und zweistündigen Führungen. Vermittlungen und Ticketverkauf erfolgen direkt über die Touristinfo.

Der Marktplatz von Borna

Gute Aussichten von der Stadthalde

Vom Markt aus empfiehlt sich der Spaziergang zum Bahnhof. Hält man sich rechts, stößt man bald auf die vielbefahrene B 93 Richtung Altenburg. Von der Sachsenallee aus geht es nun zur Deutzener Straße und zur Luckaer Straße. Hier läuft man ein Stück und kann zur Stadthalde Borna aufsteigen. Es ist kein hoher Berg, bietet aber einige Aussichtspunkte, die den Besuch lohnen. Die Erhebung ist nahezu durchgängig mit Bäumen bewachsen. Kleine Pfade laden zur Erkundung ein, Rastmöglichkeiten sind vorhanden.

Auf der Stadthalde

Am Speicherbecken Borna


Hinter der Stadthalde führt die Luckaer Straße zu den Kleingärten. Diese Straße laufe man direkt geradeaus, bis sie aufhört. Dort führt ein Pfad nach links Richtung Wald. Nach einer Weile Fußmarsch durch diesen erreicht man schließlich das Speicherbecken Borna. Es liegt zwischen der Stadt und Deutzen und Regis-Breitingen. Die Volksmundbezeichnung lautet "Adria". Auf seinem Gebiet lagen früher einige Dörfer, die durch den Braunkohleabbau verschwanden.

Blick über das Speicherbecken Borna

Das Speicherbecken hat Anschluss zur Pleiße und wurde 1977 in Betrieb genommen. Die Wasserfläche beträgt bei Vollstau insgesamt 572 Hektar. Am See gibt es Möglichkeiten zur Naherholung, wie Wandern, Boot fahren und Angeln. Auf Bornaer Seite sind große Bereiche unter dem Hauptweg mit Warnschildern vor Hangabrutschungen versehen, jedoch gibt es einen Surfstrand. Auf Deutzener Seite wurden Teile des Ufers mit Sand aufgeschüttet und bieten Rastmöglichkeiten.
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Cospudener See

Freizeit pur im Leipziger Umland

Der Cospudener See befindet sich südlich von Leipzig. Er nimmt eine Fläche von 4,36 Quadratkilometern ein und füllt ein Volumen von 109 Millionen Kubikmetern. Die tiefste Stelle reicht 55 Meter in den See hinein.

Es ist kein alter See, wie man ihn zum Beispiel aus dem Voralpenland oder der Mecklenburger Seenplatte kennt. Vielmehr ist es ein ehemaliges Tagebauloch, das nach der Auskohlung von 1994 an wieder aufgefüllt wurde. Im Frühjahr 2000 war der Prozess beendet und der See vollständig. Ursprünglich plante man das Gelände für die EXPO 2000, nun ist es ein beliebtes Naherholungsziel für Leipzig und Umgebung.

Boote im Hafen Zöbigker

Was gibt es an diesem See ?

Der Cospudener See wird besonders im Sommer gerne von jungen Leipzigern besucht. Es ist eine relativ große Wasserfläche mit einer Uferlänge von 10,5 Kilometern. Rundherum gibt es Strände zum Baden und Rad- und Wanderwege. Auf eigens geschaffenen Pfaden kann man den näheren Uferbereich und die sich entwickelnde Naturlandschaft durchstreifen. Man kann den See gut umrunden und hier und da abbiegen, um eigene Entdeckungen zu machen. Es wurde großflächig wiederaufgeforstet, der Wald ist aber noch nicht hoch gewachsen. Südlich des Sees steht der Aussichtsturm Bistumshöhe. Unweit davon befindet sich auch Belantis, ein bekannter Freizeitpark.

Blick vom Aussichtsturm Bistumshöhe auf den See

Der Hauptanziehungspunkt des Cospudener Sees ist aber der Hafen in Zöbigker. Der Ortsteil von Markkleeberg hat mit diesem Schmuckstück einen beliebten Ausgangspunkt für Touren rund um den See. Zöbigker hat selbst sehr unter dem Braunkohleabbau gelitten und verlor einen Teil des Ortes an diesen. Mit der Ansiedlung des Hafens wurde viel für den Aufschwung getan.

Hier gibt es eine Bummelmeile mit kleinen Häuschen, in denen sich Läden, Souvenirshops, Cafés und Restaurants befinden. Bei der Touristinformation kann man sich ortsnahe Auskünfte holen. Im Hafen liegen Boote verschiedener Art und man kann auch Segelkurse nehmen. Ein Schiff startet von hier regelmäßig zu Rundfahrten. Nicht weit entfernt von der Hafenanlage kann man auch baden. Eine Grünanlage mit von Künstlern gestalteten Skulpturen bereichert die Sinne. Nicht weit vom See befindet sich darüber hinaus das sehenswerte Schloss Zöbigker.

Skulptur an der Promenade in Zöbigker

Der Hafen

Startet man am Parkplatz in Zöbigker, muss man nur noch eine Straße hinunterlaufen und kommt direkt am Hafen raus. Hier befindet sich eine gepflegte Grünanlage, die im Sommer fast mediterranen Eindruck macht. Es wurden neue Bäume gepflanzt, und man kann sich auf Bänke setzen um die Stimmung hier zu genießen. Zusätzlich eine Sehenswürdigkeit sind die hier aufgestellten Skulpturen.

Die Bummelmeile am Hafen ist natürlich das Hauptaugenmerk dieser Anlage und es gibt sie seit den 90er Jahren. Da kann man in Geschäften stöbern, sich Auskünfte bei der Touristinformation holen oder gemütlich auf einer Terrasse sitzen und Kaffee trinken.

Gebäude der Tourist-Info

Die Restaurants bieten ihren Gästen gute Speisen und eine Sitzgelegenheit mit wunderbarem Panorama auf den See. Es gibt auch einige vegetarische Speisen, man muss sich nur vorher erkundigen. Lustig sind die vielen kleinen Vögel, die überall herumfliegen und keine Scheu zu haben scheinen. Wenn man ihnen etwas zuwirft, hüpfen sie sogar bis unter den Esstisch und picken es dort auf. Im Hafen gibt es auch eine Segelschule, die Kurse anbietet. Außerdem kann man mit dem Rundfahrtschiff auf dem See herumschippern und sich das Ganze mal näher betrachten.

Bummelmeile am Hafen in Zöbigker

Rundgang am See

Vom Hafen aus kann man einen ausgedehnten Spaziergang am See unternehmen. Egal ob links oder rechts, beide Richtungen empfehlen sich für eine Entdeckungstour. Rechts läuft man in Richtung des Markkleeberger Ortsteiles Gautzsch, wo sich das Nordufer und der bekannte Nordstrand befinden. Links erreicht man den Aussichtsturm Bistumshöhe, ein Wildgehege und den Freizeitpark Belantis. Der Turm ist durchgehend geöffnet und ermöglicht ein sehr gutes Panorama auf den See und die Umgebung mit der Neuen Harth. Die Sicht reicht bis nach Leipzig, zum Völkerschlachtdenkmal, nach Markkleeberg und zu weiteren Orten des Neuseenlandes. Belantis ist ein Freizeitpark für die ganze Familie mit Fahrgeschäften und anderen Attraktionen, während der Saison verkehrt ein Busshuttle hierher.

Aussichtsturm Bistumshöhe

Links ab vom Hafen Zöbigker, erwartet einen bereits eine sehr schöne Partie mit wunderbaren Aussichten, feinem Kiesel im Uferbereich und kleineren Pfaden, um auf eigene Faust zu erkunden. Schon nicht sehr weit vom Hafen entfernt gibt es kleine Halbinseln. Man sieht wie sich dort Natur bildet, wie alles wächst und auch im Winter noch schön ist. Weiter hinten beginnt das Schilf, und kommt man an einem Nebeltag zum See, sieht das richtig mysteriös-romantisch aus. Man hat vom Rundweg natürlich auch immer wieder ein gutes Panorama auf den See und muss nicht unbedingt auf die Pfade ausweichen.

Am Südufer

Das Nordufer

Nicht minder empfiehlt sich eine Erkundungstour am Nordufer des Cospudener Sees. Nach einem Spaziergang an der alten Gautzscher Kirche vorbei erreicht man einen Landschaftspark, der direkt in den Seenbereich übergeht. Hier befindet sich der so genannte Nordstrand, im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel mit Buden und Lokalen. Da man diesen Abschnitt auch Leipziger Strand nennt, ist es klar, dass dort im Sommer viele Leute sind. Im Herbst ist die Saison wieder vorüber und man begegnet nur noch selten Spaziergängern und Radfahrern. Dieser Strand ist wohl nach mediterranem Vorbild angelegt worden, er ist natürlich sandig und hat weiter hinten auch Dünen. Dann gibt es dort auch die Hacienda, eine Art Disko, wo Übernachtungsmöglichkeiten für Partygänger bestehen, die zu tief ins Glas geschaut haben.

Nordstrand am Leipziger Ufer

Entlang des Rad- und Gehweges läuft man nun weiter, und ist optisch vom See durch ein Dickicht getrennt. Hier zweigen aber immer kleine Pfade ab, sodass man ab und zu abbiegen und den See kurz direkt betrachten kann, wenn einem danach ist. Das Dickicht auf diesem Abschnitt ist nicht sehr vorteilhaft, da man hier wie gesagt den See nicht sieht. Auch die Natur rechts der Strecke ist etwas öde, dennoch ist wenigstens der Weg gut gerichtet. Wer will, kann den ganzen See auf 11,5 Kilometern umrunden. Eine schöne Tagestour ist das allemal, und man kann zwischendurch auch gut pausieren.

Blick vom Westufer nach Markkleeberg

Der Cospudener See befindet sich auf den Gemarkungen der Städte Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau. Eine schiffbare Verbindung zum Zwenkauer See ist im Entstehen.
Man erreicht den See am besten mit dem Auto. Aber auch mit dem ÖPNV kann man hierherkommen. Verschiedene Linie fahren am Rande oder in der Nähe vorbei: Auf Markkleeberger Seite die 65, 107 und 108 sowie Straßenbahn Linie 9, auf Leipziger Seite (Stadtteil Knautkleeberg-Knauthain) die 118, 119, 120 sowie Straßenbahn Linien 3 und 13. In Markkleeberg gibt es einen Bahnhof, wo die S-Bahn hält.

Das Leipziger Zentrum vom Aussichtsturm gesehen

Attraktionen und gute Atmosphäre

Der Cospudener See ist sicherlich eines der neuen Gewässer in Deutschland. Seine Einzigartigkeit kann man ihm aber nicht absprechen. Schon allein die Lage verleiht ihm ein würdevolles Flair, und die Landschaft die ihn umgibt, entwickelt sich immer mehr zu einem Naturgebiet besonderer Art. Der See gibt sich mystisch im Nebel, oder bei strahlendem Sonnenschein mediterran, wenn das Wasser glitzert. Wunderschön sind hier die Sonnenuntergänge. Der See ist ein Teil des Leipziger Neuseenlandes, einer ganzen Anzahl von verschiedenen Gewässern, die aus aufgefüllten Braunkohletagebauten entstehen.

Der zugefrorene See im Winter 2010

Und der Cospudener See war der erste, der sich etablieren konnte und daher weit über die Region hinaus einen guten Namen hat. Besonders auch im Rahmen eines Leipzig-Besuches kann ich nur jedem empfehlen, hierher zu kommen und einen Nachmittag am Cospudener See zu verbringen.
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Freyburg

Das Städtchen an der Unstrut hat etwa 5000 Einwohner und ist das Zentrum des Weinanbaus in der Region Saale-Unstrut. Von hier stammt der bekannte Rotkäppchen-Sekt.

Freyburg liegt an der Süd-Route der "Straße der Romanik" in Sachsen-Anhalt und gehört zum Burgenlandkreis. Die nächst größeren Städte sind Halle mit etwa 40 Kilometer Entfernung, Leipzig mit 50 Kilometer und Jena mit 40 Kilometer. Zur Kreisstadt Naumburg sind es 10 Kilometer. Es bestehen Verbindungen mit der Regionalbahn nach Naumburg, Zeitz, Nebra und Wangen (Unstrut).

Stadtmauer mit Wehrturm

Sehenswürdigkeiten

Freyburg besitzt als mittelalterliche Kleinstadt noch einen intakten Stadtmauerring von 1.200 Metern Länge, der vor allem ab dem 14. Jahrhundert ausgebaut wurde. Tortürme, Befestigungen und Schießscharten sind verschiedentlich auszumachen, wenn auch im 19. Jahrhundert einiges dem Abbruch zum Opfer fiel. In absehbarer Zeit soll es einen Rundgang entlang der Stadtmauer geben.

Die Stadt- und Pfarrkirche Sankt Marien ist eines der Hauptdenkmäler der mittelalterlichen Kleinstadt und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Es besteht eine Ähnlichkeit mit dem Naumburger Dom. Ein spätromanischer Kern ist nach gotischen Umbauten erhalten geblieben. Der Innenraum lädt zum stillen Gebet ein und beinhaltet auch Sehenswürdigkeiten wie den Marienaltar, Taufstein und verschiedene Grabsteine.

Stadt- und Pfarrkirche Sankt Marien

Der Marktplatz bietet mit seinem Ensemble steinerner Bürgerhäuser aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert ein Beispiel der historischen Architektur von Freyburg. Die Hauptsehenswürdigkeit ist das Rathaus mit Kellerräumen aus spätromanischer Zeit und Anteilen vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Das Haus Nr. 14 besitzt ein verziertes Portal von 1554. Im Jahr 2001 stellte man fest, dass mindestens eines der Häuser am Marktplatz bereits aus der Spätgotik stammt.

Kleine Häuser mit Weinblättern

Bei einer Stadtführung kann man sich die mittelalterliche Altstadt an der Unstrut detailliert erklären lassen. Vom Markt geht es etwa zu einer Besichtigung der St. Marienkirche, zur Stadtmauer oder der Rotkäppchen-Sektkellerei. Nicht nur Straßenzüge und ihre barocken Häuser erzählen Geschichten. Auch regelmäßige Führungen durch die Weinberge mit Hintergrundinfos zum regionalen Weinbau sind im Programm. Dazu gibt es noch eine Kostprobe der hier angebauten Tropfen.


Blick vom Schloss Neuenburg

Hinter dicken Mauern

Über der Stadt Freyburg befindet sich das Schloss Neuenburg. Es war Sitz der Landgrafen von Thüringen, das älteste erhaltene Mauerwerk stammt aus dem 11. Jahrhundert. Um 1224 / 25 hielt sich hier laut alten Urkunden die heilige Elisabeth auf, die sich um Kranke und Waisen kümmerte. Das Schloss beherbergt eine Dauerausstellung zu den Themen Burgenbau, Herrschaftsgeschichte, Wohnkultur, Christentum sowie Ausgrabungen und Objekte vergangener Jahrhunderte. Darüber hinaus laden die historischen Räume wie auch die Doppelkapelle zu einer Besichtigung ein. Im Weinmuseum widmet man sich dagegen der ganzen Geschichte des Anbaus in der Region und der Verwendung des edlen Getränks.

Dicker Wilhelm

Nicht zuletzt kann auch der Bergfried von Besuchern begangen werden. Er wurde in den 80er Jahren saniert und bietet seitdem Raum für Ausstellungen, die sich unter anderem mit dem Turm und seiner Geschichte befassen. Der Aufstieg wird mit einem herrlichen Blick auf Freyburg und seine Umgebung belohnt.
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Goseck

Die Gemeinde Goseck hat ungefähr 1000 Einwohner und liegt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Berühmt ist der Ort wegen dem Sonnenobservatorium von Goseck.

Sonnenobservatorium

Mysterien aus der Vorzeit

Die um 4800 vor Christus erbaute Kultstätte aus der Jungsteinzeit wurde 1991 auf Luftbildaufnahmen entdeckt und ab 2002 im Rahmen von Ausgrabungen untersucht. Die Kreisgrabenanlage diente den Bewohnern neolithischer Siedlungen für Rituale. Man entdeckte hier Keramikgefäße, Gräber und Knochen von Mensch und Tier.

In den folgenden Jahren erfolgte eine weitere Erschließung und bis zum Jahr 2005 die Rekonstruktion. Darüber hinaus wurde mit hoher Sicherheit festgestellt, dass es sich um ein Observatorium zur Bestimmung der Wintersonnenwende handelte. Es besteht aus dem Wall, Graben und zwei Holzpalisadenringen im Inneren mit drei Toren.

Palisadenringe

Parallelen zur in der Umgebung entdeckten Himmelsschreibe von Nebra wurden nicht archäologisch belegt, zumal diese rund 3000 Jahre jünger als das Sonnenobservatorium ist. Vielmehr handelt es sich um eine Region, in der schon oft Funde ab der Steinzeit gemacht wurden und von der man weiß, dass sie seit tausenden Jahren ohne größere Unterbrechung besiedelt ist. Die Himmelsscheibe könnte durchaus eine Fortentwicklung astronomischen Wissens aus vorchristlicher Zeit sein. Das Observatorium kann jederzeit besichtigt werden. Parkplätze befinden sich in kurzläufiger Entfernung.

Graben hinter dem Observatorium

Goseck - Bummel durch das Dorf

Von hier empfiehlt sich ein Spaziergang durch das recht gepflegte, ländliche Dorf Goseck. Auffallend sind einige mit Mauern begrenzte Bauerngehöfte. Es mischen sich verschiedene Baustile, manche Häuser bestehen aus Backstein, andere aus Fachwerk. In der Mitte des Dorfes steht ein Kriegerdenkmal und ein Brunnen mit Zapfhahn verschönert das Gesamtbild. So läuft man die Straße immer weiter, bis sie sich leicht absenkt und man am Schloss Goseck angelangt ist.

Goseck hat ein ländliches Gepräge

Schloss mit Saalepanorama

Das Schloss wurde um 900 erstmals erwähnt. Im 11. Jahrhundert kamen eine Krypta und die Klosterkirche hinzu. Häufig wechselten die Besitzer, und in der Neuzeit verfiel die Anlage. 1880 erfolgte eine teilweise Renovierung, nach 1998 wurde hier das "Europäische Musik- und Kulturzentrum Schloß Goseck" aufgebaut. Neben einer Ausstellung können hier auch die Klosterkirche mit ihrem historischen Inventar, die Katakomben und die Schlossterrasse besichtigt werden. Diese ist begrünt und liegt über den Auen des Saaletales, sodass sich eine sehr gute Aussicht ergibt. Ein Café bietet die Möglichkeit, Speisen und Getränke einzunehmen. Im Schloss befindet sich auch ein Infopoint, bei dem nähere Auskünfte zum Gebäude, dem Dorf und Sonnenobservatorium abgefragt werden können.

Klosterkirche

Wie kommt man hin?

Goseck liegt 10 Kilometer entfernt von Naumburg und 10 Kilometer von Weißenfels. In Naumburg befindet sich ein ICE-Halt an der Strecke München-Leipzig-Berlin-Hamburg, in Weißenfels besteht ein Anschluss an die A 9. Leipzig kann in etwa 50 Kilometern erreicht werden. Ein weiterer Bahnhof ist Leißling, dort sind Verbindungen nach Naumburg, Halle, Eisenach und Großheringen vorhanden. In der Sommersaison gibt es dort eine Personen-Seilfähre, mit der man ans andere Saaleufer übersetzen und dann zu Fuß nach Goseck gelangen kann.

In diesen Mauern stecken hunderte Jahre Geschichte
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Lucka

Im äußersten Osten des Freistaates Thüringen befindet sich die Kleinstadt Lucka. Die Gegend ist sehr ländlich geprägt. In der Umgebung gibt es kleinere Dörfer, nicht weit davon schließen sich die Grenzen zum Freistaat Sachsen und Sachsen-Anhalt an.

Wettiner Brunnen

Doch auch in dieser Harmonie hat die moderne Zeit ihre Spuren hinterlassen: Hier und da tun sich großflächige Tagebaurestlöcher auf. Manche von ihnen wurden rekultiviert oder mit Wasser gefüllt. Das gibt der Region wieder eine Zukunft. Auf neuen Rad- und Wanderwegen sind Ausflüge möglich, und Schwimmer, Taucher und Segler kommen gerne zu Sportaktivitäten an die größeren Gewässer.

Der Topfmarkt

Der Topfmarkt bildet das Zentrum des eher ruhigen Städtchens. Er wird umrahmt von der Sankt Pankratiuskirche, die ihren Ursprung im Mittelalter hat, sowie vom Wettiner Brunnen aus dem Jahre 1908. Darüber hinaus finden sich hier Bürgerhäuser mit ein paar Geschäften für den alltäglichen Bedarf. Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

Bahnhofstraße mit Kirche

Schon viele Jahrhunderte alt ist die Sankt Pankratiuskirche. Sie wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. Nach einer Zerstörung im 17. Jahrhundert wurde sie wieder aufgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts bekam sie einen neuen Kirchturm und weist heute eine Höhe von 56 Metern auf. Ihr Äußeres ist mit kleinen Türmchen verziert, besonders schön ist auch das doppelte Eingangsportal.

Altenburger Straße

Aufgrund des Braunkohletagebaus in der Region gibt es in der Umgebung von Lucka einige Restlöcher. Manche davon wurden mit Wasser gefüllt. So entstand in den Sechzigerjahren auch der Prößdorfer See. Von Lucka aus ist er bequem zu Fuß erreichbar. Die Entfernung beträgt etwa drei Kilometer. Die Strecke führt entlang des Tagebaus Schleenhain über den kleinen Groitzscher Ortsteil Hemmendorf zu einem Aussichtspunkt, von dem sich ein guter Rundumblick über das Tagebaugebiet ergibt. Hier hat man den Prößdorfer See schon fast erreicht. Knapp hinter dem Parkplatz befindet sich ein Badebereich.
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Markkleeberger See

Sanfte Erholung vor den Toren von Leipzig

Der Markkleeberger See hat eine Fläche von 2,52 Quadratkilometern und liegt im Süden von Leipzig, angrenzend an die Stadt Markkleeberg. Er ist mit gemessenen 58 Metern der tiefste See im Leipziger Neuseenland und entstand von 1999 bis 2006 durch die Flutung eines Teils des Braunkohletagebaus Espenhain. Für diesen verschwanden zuvor das gleichnamige Dorf und auch ein Teil des Ortes Markkleeberg. Heute gibt es hier eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten.

Richtung Auenhain

Rund um den See erstrecken sich gut ausgebaute Wanderwege mit Beschilderung, Rastplätze ermöglichen angenehme Ruhepausen und Beschreibungstafeln an sehenswerten Stellen geben dem Wanderer Informationen zu dem Gewässer. In Markkleeberg (Ost) fängt die Strandpromenade an.

Hier gibt es einen großen gebührenpflichtigen Parkplatz und eine Aussichtsplattform, die ein weites Panorama auf den See und seine Umgebung gewährt. Daneben gelegen ist das Strandbad Markkleeberg-Ost, wo man in der warmen Jahreszeit liegen und baden kann. Dort schließt sich das neu erbaute Strandcafé Markkleeberg mit großer Aussichtsterrasse an. Im Erdgeschoss befindet sich das Café, im Untergeschoss auf der Seeebene gibt es ein Restaurant.

Blick vom Südufer zum Völkerschlachtdenkmal

Wer etwas Zeit mitbringt, sollte einen Besuch der Sehenswürdigkeiten rund um den See nicht verpassen. Das Rittergut Markkleeberg wurde um 1190 erstmals erwähnt. Sein Torhaus bildet den Eingang zu der gut erhaltenen Anlage. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt und hat in seinen Räumen ein nicht unbedeutendes Museum, das sich mit der Völkerschlacht, dem Bauerntum und der Geschichte des Gutes Markkleeberg-Ost beschäftigt. Der Name leitet sich von den Herren von Cleberg ab, die hier bis 1350 ihren Besitz hatten. Davon wurde auch der Name des umgebenden Dorfes und später der ganzen Stadt übernommen. Die Gegend rund um das Gut war ein Schauplatz der Völkerschlacht 1813. Unmittelbar daneben steht die Auenkirche aus dem Jahre 1372. Die in ihr enthaltene Kreutzbach-Orgel ist denkmalgeschützt, sie ist eine typische Landkirche aus der Barockzeit. 2008 / 09 erfolgte eine umfassende Sanierung.

Torhaus Markkleeberg

Seit vielen Generationen finden Markkleeberger Familien ihre letzte Ruhe auf dem Auenfriedhof. Es gibt ihn seit über 500 Jahren, und er weist nicht nur eine Kapelle und zahlreiche alte Grabstätten auf, sondern von den 926 Grabstellen sind 475 Grabdenkmäler und 30 stehen unter Denkmalschutz. Am Friedhofseingang, am Torhaus sowie an der Einmündung Rilkestraße / Gorkistraße steht je ein Apelstein. Es gibt 50 solcher Denkmale, die zum Gedenken an die Völkerschlacht aufgestellt wurden. In der Nähe ist auch eine Pension mit Gaststätte, die Möncherei, zu finden. Sie hat günstige Doppelzimmer sowie zwei Ferienwohnungen und verfügt über Wellnesseinrichtungen im Haus.

Getzelauer Insel

Von der neuen Markkleeberger Strandpromenade aus hält man sich links und kann nun, dem Ufer folgend, einen weiten Spaziergang machen. Die Strecke ist gut ausgebaut und eignet sich auch für Radfahrer. Nicht nur am Ufer verläuft ein Weg, sondern auch oben auf dem Plateau und noch mal ein Pfad auf halber Höhe. Nach einiger Zeit entdeckt man den mit Sand aufgeschütteten Wachauer Strand. Sehr schön ist auch der oberhalb gelegene Aussichtspunkt, wo man den gesamten Seebereich überblickt.

Nicht weit entfernt liegt Wachau, ein Ortsteil von Markkleeberg mit etwa 1.000 Einwohnern. Die Kirchenruine hat ihre Ursprünge im Jahre 1393 und wurde im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen. Danach wurde sie nur notdürftig wieder aufgebaut, jedoch nicht lange genutzt. Heute ist sie mit Efeu bewachsen und dient seit 1997 wieder für Gottesdienste und Veranstaltungen. Sie ist mit ihrem einzigartigen Baustil eine beliebte Sehenswürdigkeit.
 
Rastplatz bei Wachau

Das Gut Wachau wird heute von der Pension Völkerschlacht 1813 genutzt und hat eine große Geschichte. Der Park wurde von Johann Gottlieb Quandt dem Älteren im Stil eines englischen Gartens angelegt. Hier findet man den Sarkophag seiner Ehefrau und ein Denkmal, das an die Völkerschlacht erinnert. In fußläufiger Entfernung liegt der Seepark Auenhain. Er ist das Feriendorf über dem Ufer des Markkleeberger Sees und hat ein großes Angebot für Familien. Dazu gehören gepflasterte Wohnmobilstellplätze, das Restaurant Seeperle, Tagungsräume und ein Wellnesshaus. Dieses Feriendorf liegt etwa mittig des Seeufers, und von hier aus hat man eine Menge Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Auf dem Gelände des Seeparks, aber vom Rundweg aus zu betrachten, steht ein weiterer der so genannten Apelsteine.

Seepark Auenhain

In der Nähe befindet sich der Modellbaupark Auenhain. Neben einer Minieisenbahnanlage werden Besucher mit Gartenbahnen befördert, die realistisch nachgebildet sind. Auch ein originaler Dampfzug ist zu sehen. Ein besonderes Special ist die modernste Wildwasseranlage Europas, der Kanupark Markkleeberg (Auenhain). Hier sind Bahnen für den Leistungssport auf einer Länge von 270 Metern verfügbar, Rafting, Kajak und Kanusport sind möglich. Dazu werden hier große Events ausgetragen, wie internationale Rennen, EM-Qualifikationen, Wettkämpfe und dergleichen mehr. In der Sommersaison können Fahrten für Gäste, die diesen Sport kennen lernen wollen, online gebucht werden. Von der Terrasse der Gastronomie aus können Besucher selbstverständlich auch dem Treiben zuschauen.


Strandbad Markkleeberg-Ost

Eine Strecke weiter verbindet ein Kanal ab 2011 den Markkleeberger mit dem Störmthaler See. Über einen am Rande verlaufenden Weg gelangt man zu dem Bergbau-Technik-Park, wo eine Präsentation von Bergbau- und Maschinentechnik im Aufbau ist. Von diesem Teil des Markkleeberger Sees verläuft ein Weg Richtung Cospudener See. Am Süd- und Westufer erobert sich die Natur ihren natürlichen Lebensraum zurück, hier gibt es Flächen für seltene Pflanzenarten und Brutstätten für einheimische Vögel.
 
Crostewitzer Höhe

Auf der Crostewitzer Höhe kann man eine Rast einlegen und den Ausblick auf den See mit der Getzelauer Insel genießen. Des Weiteren finden wir hier auch die Nachbildung eines Apelsteins, dessen Original im Museum in Markkleeberg (Ost) steht. Über die ausgeschilderte Strecke umwandert man das Ufer und gelangt so wieder nach Markkleeberg bis zur Strandpromenade. Dies ist der Ausgangspunkt für den Besuch am See. Nach einer Wandertour kann man es sich noch im Strandcafé bequem machen oder sich am Strand ins kühle Nass wagen.
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Naumburg / Saale

Naumburg ist die Kreisstadt des Burgenlandkreises im Süden von Sachsen-Anhalt und hat etwa 35.000 Einwohner. Die Stadt liegt an der Saale, ungefähr 50 km entfernt von Halle, 50 km von Leipzig und 30 km von Jena. Naumburg wird von dem nördlichsten deutschen Weinanbaugebiet Saale-Unstrut umgeben. Die Gegend zeichnet sich durch ihre sanfte Hügellandschaft und die zahlreichen Burgen über dem Saaletal aus, von denen der Landkreis seinen Namen hat.

Bunte Einkaufsstraße in der Altstadt

Geführt durch die Altstadt

Naumburg erkundet man gerne in Gesellschaft oder im Rahmen einer Führung. Der Touristservice Naumburg bietet Altstadterkundungen für die Öffentlichkeit an. Im Rahmen des 90minütigen Spazierganges werden Details zu alten Handelsplätzen und Bürgerhäusern erläutert. Darüber hinaus wandert man über Plätze und Gassen bis vor den Dom. Mit einem Audio Guide kann der Besucher die Altstadt auch selbst erkunden. Die Führungen finden in den Monaten April bis Oktober statt. Informationen darüber sind beim Touristservice der Stadt erhältlich.

Das Wahrzeichen - der Naumburger Dom

Der Naumburger Dom hat seine Ursprünge im 13. Jahrhundert und ist einer der bedeutendsten romanischen Bauten in Sachsen-Anhalt. Er war die Hauptkirche des Bistums und ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt. Erweiterungen und Umbauten stammen auch aus der Früh- und Spätgotik sowie dem Barock. Er ist reich ausgestattet, hat mehrere Kapellen, Altäre und Grabsteine. Das Domschatzgewölbe zeigt in einer Ausstellung die Kunst, die sich hier im Laufe der Jahrhunderte ansammelte.

Die Figuren am Dom zeigen insgesamt acht Männer und vier Frauen in mittelalterlichen Gewändern. Der Wilhelm ist eine der Stifterfiguren und wurde als Abbild des Grafen Wilhelm von Camburg geschaffen. Er lebte im 11. - 12. Jahrhundert auf der Burg Camburg zwischen Jena und Naumburg und wurde 1088 urkundlich erwähnt. Mit ihm starb vor 1116 die männliche Linie aus und seine Burg fiel an die Wettiner.

Naumburger Dom

Sehenswürdigkeiten in Naumburg

Die Stadtmauer in Naumburg wurde am Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und im 15. Jahrhundert umfangreich erneuert. In dieser Zeit wurde auch der heute noch sichtbare Graben angelegt. Zur Konstruktion des Walls kamen ein innerer Mauerring mit 18 Türmen und eine äußere Mauer mit 16 Türmen hinzu. Wie bei vielen anderen Städten wurde das Bauwerk 1835 fast vollständig abgerissen. Bis heute sind 1,5 km Mauer mit Graben im Süden und Osten der Altstadt erhalten.

Dazu gehört auch das Marientor aus dem 14. Jahrhundert, das einzige Stadttor, das die Zeit überdauert hat. Wehrgang und Innenräume des ehemaligen Wehrturmes können besichtigt werden. Hier lebten Torwärter und Wächter, und vom 16. und 19. Jahrhundert diente er als Gefängnis. Das Tor ist umgeben von einem Graben und der Stadtmauer. Im Sommer finden auch Veranstaltungen und Konzerte im Innenhof statt. Seit dem Jahr 2000 existiert in den Räumen eine Dauerausstellung.

Fast mediterran wirkt das Marientor

Der Topfmarkt ist eine Bummelmeile, die nahe dem Altstadtring beginnt und zum Marktplatz führt. Hier finden sich nicht nur Geschäfte, sondern auch eine Reihe historischer Gebäude. Dazu gehören unter anderem das erste Naumburger Rathaus südlich der Stadtkirche St. Wenzel, der Wenzelsturm und die alten Wohnhäuser bekannter Naumburger Bürger. Die so genannte Wenzelskirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihrer wertvollen Innenausstattung ist ein wichtiger Bestandteil der Innenstadt. Kirche und Turm können von April bis Oktober bzw. November besichtigt werden, die genauen Öffnungszeiten sind der Homepage zu entnehmen. Östlich zweigt auch die Jüdengasse ab, im Mittelalter eine Wohnstätte jüdischer Menschen, die 1494 aus der Stadt vertrieben wurden.

Die Gebäude rund um den Naumburger Marktplatz wurden nach dem Stadtbrand von 1517 erbaut. Sie wurden vorwiegend im Renaissance- und Barockstil erbaut, worunter sich auch das Rathaus befindet. Verschiedene Bürgerhäuser, zu denen eines gehört, in dem Luther kurz weilte, zeichnen den Marktplatz aus. Das so genannte Kaysersche Haus hat seinen Namen von einem Aufenthalt des Kaisers Karl V. im Jahr 1547. Des Weiteren sieht der Besucher hier die Residenz des Kurfürsten und das Schlößchen, einst Sitz des ersten und einzigen evangelischen Bischofs. Die erstmalige Erwähnung des Marktbrunnens stammt von 1459.

Schlößchen, Wenzelskirche und Rathaus

Wie wäre es mit einer Rundfahrt ?

Die Naumburger Straßenbahn wurde 1892 eröffnet und verkehrte seither regelmäßig auf einer Ringstrecke in der Kleinstadt. 1991 setzte man die Straßenbahn außer Betrieb, bis sie seit 1994 Stück für Stück wieder hergerichtet und kontinuierlich ausgebaut wurde. Die Spurweite beträgt 1000 Millimeter, die Unterstützung ist mit Hilfe eines Vereins gesichert. Heute existieren hier beinahe alle Straßenbahntypen, die in der DDR für diese Spurweite hergestellt wurden. Sämtliche in Betrieb befindlichen Triebwagen sind historischen Ursprunges.

Die Touristenbahn fährt das ganze Jahr über an allen Tagen von der Vogelwiese über Theaterplatz - Marientor - Poststraße / Postring - Jägerplatz - Nordstraße - Wiesenstraße zum Hauptbahnhof und wieder zurück.

Historische Triebwagen der Naumburger Straßenbahn

Sehenswertes in der Umgebung

Die Burg Schönburg befindet sich über dem gleichnamigen Dorf an der Saale, etwa 5 km östlich von Naumburg. Sie wurde erstmals um 1130 erwähnt und war ein Zentrum der deutschen Ostexpansion. Der Bergfried wurde um 1230 errichtet. Vom 13. bis 14. Jahrhundert wurde die Kernburg verstärkt.

Seit 1800 widmete man sich dem Erhalt der Anlage und der Restaurierung des Aussichtsturmes. Neben diesem sind noch einige Ruinen begehbar. Der Eintritt zum Turm ist in der Burgschänke zu bezahlen. Von der Plattform hat der Besucher eine Aussicht in das Saaletal, auf das Dorf Schönburg und nach Naumburg. Im Turm ist eine Ausstellung zur Burg vorhanden, ganz oben befindet sich das Uhrwerk der Schönburger Kirche.
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Zwenkau

Die Gegend um Zwenkau ist seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt. Funde reichen von der Frühzeit über Germanen, die Römerzeit und Slawen bis hin ins Mittelalter. Unter dem Schutz einer Burg konnte sich die kleine Stadt mit ein paar hundert Einwohnern entwickeln.

Kirchberg

Später lebten die Leute als Handwerker oder vom Handel. Berufszweige waren in etwa die Textilverarbeitung (Wollkämmerer, Schneider), Korbmacher, Schmiede, Tischler und Maurer, aber auch Bäcker, Gastwirte und Apotheker waren in der Stadt zu Hause. Krämer sorgten für die Verteilung von Waren an die Kundschaft von außerhalb. Die Menschen konnten gleichzeitig mehrere Berufe haben oder diese im Laufe ihres Lebens ändern.

Frühlingslandschaft um 1900

Im 18. Jahrhundert existierten Bezeichnungen für Zwenkauer Wohnplätze wie „In der Vorstadt“ und „Auf dem Berge“. Die Orte Kotzschbar und Imnitz waren bis ins 20. Jahrhundert eigenständig. Es gab eigene Bezeichnungen für die Bürgerschaft, mit der bestimmte Rechte und Pflichten verbunden waren. Ansonsten wurden hier wohnende Menschen als „Einwohner“, „Nachbar“ oder „Hausbesitzer“ genannt.

Altes Rathaus

Nach 1900 wurde in der Umgebung Braunkohle gewonnen. Dies schuf Arbeitsplätze, zerstörte aber unwiederbringlich immer mehr Land. Die Verbindung nach Leipzig wurde unterbrochen, das Waldgebiet Harth zerstört, Dörfer verschwanden. Nach der Stilllegung des Tagebaus erfuhr die Stadt einen stetigen Aufschwung. Aus der Grube entstand der Zwenkauer See. Die Häuser konnten saniert, die Landschaft rekultiviert werden. Mehrere Dörfer wurden nach und nach eingemeindet. Am Hafen wurden neue Häuser und touristische Einrichtungen gebaut.

Zwenkauer See

Wo einst die Ritter zuhause waren

Die Zwenkauer Stadtverwaltung residiert in einem ehemaligen Schloss. Früher befand sich hier auch das Amtsgericht. Es bildet gegenüber der Stadtkirche Sankt Laurentius einen Hauptakzent in der Stadt. Nach einem sorbischen Wall entstand an dieser Stelle um 950 eine Burg, die mehrmals durch Kriege und Brände zerstört wurde. Im 19. Jahrhundert kamen ein Gefängnis und das Gerichtsamt hinzu. Um 1900 erfolgten größere Baumaßnahmen. Seit Jahren finden hier die Zwenkauer Wochenmärkte statt.

Zwenkauer Rathaus

Die Laurentiuskirche

Sie wurde in der späten Barockzeit eingeweiht. Von damals hat sich noch viel vom Inventar erhalten. Hierzu gehören die Kreuzigungsgruppe und das Abendmahlsrelief des Bildhauers Caspar Friedrich Löbelt. Die Kanzel kommt aus einer Dresdner Kirche und war ein Geschenk August des Starken. Der barocke Taufstein wurde von Martin Krötzsch gestaltet. Zu den ältesten Stücken gehört ein Gedenkstein aus dem späten Mittelalter.

Laurentiuskirche

Das Haus Rabe

Für Freunde moderner Architektur empfiehlt sich der Besuch des Haus Rabe in der Friedrich-Ebert-Straße 26. Es wurde 1930 im Bauhausstil erbaut. Die Architekten waren Adolf Rading und Oskar Schlemmer. Ähnlich wie bei den Mustersiedlungen in Dessau und Stuttgart handelt es sich um einen für die damalige Zeit außergewöhnlichen Baustil. In zahlreichen Publikationen ist dieses Gebäude erwähnt und abgebildet. Bewohnt wurde es von der jüdischen Familie Rabe. In den neunziger Jahren fand eine Sanierung statt. Das Innere weist zahlreiche Fresken, Installationen und Wandmalereien von Oskar Schlemmer auf. Das Gebäude wird heute privat genutzt, kann jedoch von außen besichtigt werden.

Haus Rabe

Der Wasserturm

Angrenzend an das Krankenhaus steht der 1904 erbaute Wasserturm. Er gilt als Kulturdenkmal. Das Wasser wird von der Elbaue-Ostharz GmbH eingespeist. Die Höhe des aus gelbem Klinker gemauerten Gebäudes beträgt 47 Meter. Das Fassungsvermögen beträgt 300 Kubikmeter, und 2004 wurde der Turm generalüberholt. Er ist eines der Wahrzeichen von Zwenkau.

Wasserturm

Cospudener See

Zu Zwenkau gehört zum einen der Weg an der Südspitze des Sees, zum anderen die Bistumshöhe, wo die drei Städte Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau aneinander grenzen. Die Streckenlänge zwischen Zwenkau und dem Cospudener See beträgt sieben Kilometer. Auf der Bistumshöhe steht ein 35 Meter hoher Aussichtsturm, der während der Sommersaison geöffnet ist. Der Blick umfasst den gesamten Cospudener See, Leipzig mit City-Hochhaus, Turm des Neuen Rathauses und Völkerschlachtdenkmal, Grünau, die südlichen Stadtteile, Markkleeberg, die Neue Harth, den Freizeitpark Belantis, den Zwenkauer See und das Umland mit der Leipziger Seenlandschaft.

Cospudener See

Dorfkirchen rund um Zwenkau

Zitzschen ist ein altes Bauerndorf. Den Mittelpunkt bildet eine restaurierte, im Barock gehaltene Kirche. Sie enthält eine sehenswerte Orgel der Brüder Trampeli vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Dorfkirche in Zitzschen

Die Kirche in Wiederau wurde bereits um 1300 erwähnt. Später wurde das romanische Gotteshaus im Barock umgebaut. Ausstattung und Malereien aus dieser Stilepoche prägen den Innenraum. Wiederau ist ein ehemaliges Bauerndorf mit vielen Fachwerkhäusern und einem Schloss.

Pfarrhaus mit Kirche in Wiederau

Die Kirche in Großdalzig ist der Stolz der Bewohner und wurde, wie oft in dieser Gegend, im Barockstil gestaltet. Der Turm stammt aus dem 17. Jahrhundert, das Kirchenschiff wurde über 100 Jahre später erbaut. Im Zweiten Weltkrieg büßte die Kirche ihre Glocke ein, durch eine Luftmine wurden die Fensterscheiben zerstört. Während der DDR-Zeit wurde das Gebäude laufend instand gehalten. Nach der Wende erfolgten umfassende Sanierungen. Rund um die Kirche befindet sich ein Friedhof, auf dem auch ein Denkmal für die Kriegsopfer steht.

Dorfkirche in Großdalzig

Die Tellschützer Kirche hat noch einen spätgotischen Turm, das Kirchenschiff ist aus dem 18. Jahrhundert. In den neunziger Jahren wurde sie saniert. Im Januar 2015 brannte die Kirche ab. Unter Teilnahme der Bevölkerung und durch Spendensammlung wird sie wieder aufgebaut. Im Juli 2015 fand der erste Gottesdienst in der noch eingerüsteten Kirche statt.
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