Leipzig-Tour

04109 Leipzig, Augustusplatz

Bis ins 19. Jahrhundert war Leipzig von einer Stadtmauer und einem Stadtgraben umgeben. Als die alten Wehranlagen abgebrochen wurden, schloss sich eine Epoche reger baulicher Aktivität an, aus der unter anderem die Gründerzeitviertel hervorgingen. Vor 1915 gab es mehrere Bahnhöfe in Leipzig. Erst dann wurde der Hauptbahnhof eingeweiht. Heute ist er ein guter Ausgangspunkt für Stadtrundgänge und ein Erlebnis zugleich, denn in den Promenaden im Untergeschoss lässt sich auch bei schlechtem Wetter bummeln und einkaufen.

Hotel Astoria mit Hauptbahnhof

Die Grimmaische Straße ist die Haupteinkaufsstraße der Stadt. Vom Bäcker über den Schuhladen bis zum Kaufhaus ist hier alles vorhanden. Typisch für Leipzig sind die Einkaufspassagen, von denen es hier einige gibt. Zum Beispiel die Mädlerpassage mit Auerbachs Keller, Specks Hof und die Strohsackpassage.

Grimmaische Straße

Doch die Straße ist nicht nur zum Einkaufen da. Auch ein Teil der Universität, ein Hotel und das Zeitgeschichtliche Forum für DDR-Geschichte liegen entlang dieser Leipziger Bummelmeile. Am Neubau der Universität geht es rechts ab zu der über 800 Jahre alten Nikolaikirche.

Nikolaikirche

Sie spielte während der friedlichen Revolution von 1989 eine wichtige Rolle. Von hier aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Handelshof. Er war früher einer der geräumigsten Messepaläste der Innenstadt und wurde zu einem noblen Hotel umgestaltet. Die Messepaläste entstanden um 1900 zwecks der Unterbringung von Musterlagern.

Die Kaufmannsbörse

Zwischen dem Handelshof und dem Rathaus befindet sich der so genannte "Naschmarkt" mit der Kaufmannsbörse, erbaut Ende des 17. Jahrhunderts, und dem Goethedenkmal von 1902. Goethe wird als junger Student dargestellt und scheint seine Schritte nach dem gegenüberliegenden Auerbachs Keller auszurichten. Das beschauliche Lokal ist noch heute in Betrieb und wurde von Goethe selbst in seinem "Faust" verewigt.

Eingang zu Auerbachs Keller

Am Markt steht man mitten im Zentrum der alten Messestadt. Was prägt Leipzig mehr als sein Rathaus? Es steht seit dem 16. Jahrhundert an diesem Ort. Damals wurde es von Hieronymus Lotter erbaut, der aus Nürnberg stammte und ein Verwandter von Martin Luther war. Neben dem Alten Rathaus befinden sich die Bürgerhäuser, die nach dem Krieg aufwändig rekonstruiert wurden. Seit 2013 gibt es unter dem Markt eine Bahnstation.

Das Alte Rathaus wurde 1556/57 errichtet

Die Petersstraße ist die zweite große Haupteinkaufsmeile von Leipzig. Sie zweigt nach links vom Markt ab. An ihrem Ende befindet sich unter der Hausnummer 43 die ehemalige Reichsbank-Hauptstelle des Architekten Max Hasak, eingeweiht 1887 auf der einen und das Geschäftshaus von Polich und die Deutsche Bank auf der anderen Seite. Hier schweift der Blick nach links auf den Roßplatz mit der Ringbebauung, und geradeaus auf den Königsplatz. Er bildete früher einer der zentralen Achsen der Stadt, umgeben von Geschäfts- und Handelshäusern und einem Denkmal in der Mitte.

Petersstraße

Am Martin-Luther-Ring steht das Gebäude der ehemaligen Leipziger Bank. Es wurde 1898 von dem Architekten Arwed Rossbach errichtet. Schon seit langer Zeit wird es von der Deutschen Bank genutzt. Genau daneben befindet sich der imponierende Bau des Neuen Rathauses von 1905. Das Stadthaus ist mit ihm durch einen Bogengang verbunden. Es wurde auf dem Gelände der mittelalterlichen Pleißenburg errichtet, und im Rathausturm ist ein Teil des Burgturms erhalten geblieben.

Neues Rathaus

Von da aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Thomaskirche. Zwei Denkmäler stehen in ihrer Nachbarschaft: Das für Felix Mendelssohn-Bartholdy und das für Johann Sebastian Bach. Die Kirche selbst gehörte einst zu einem Kloster. Sie ist Sitz des berühmten Thomanerchors und verfügt über eine Ausstattung mit gotischem Paulineraltar, zahlreichen Grabplatten, Nischen und Orgeln. Es handelt sich um die Wirkungsstätte des großen Komponisten Bach, dem bekanntesten aller Thomaskantoren.

Die Thomaskirche

Die Stadt Leipzig bemühte sich um die Jahrhundertwende, den Reiz ihrer öffentlichen Anlagen durch künstlerische Brunnen und Standbilder noch zu erhöhen. Sie waren schon damals wegen ihrer kunstgärtnerischen Schönheiten berühmt. Ein solcher Brunnen verkörpert das bekannte Märchen von Hänsel und Gretel. Diesen erreicht man über den Dittrichring, unweit der Thomaskirche.

Hänsel und Gretel-Brunnen

Ein paar Meter von hier entfernt, liegt die Runde Ecke, ein ehemaliges Gefängnis für politische Häftlinge und heutige Gedenkstätte mit einem Museum. Knapp neben dem Gebäude, wurde im Jahre 2013 ein neues Denkmal für Leipzigs großen Sohn Richard Wagner aufgestellt. Am Tröndlinring steht die Reformierte Kirche vom Ende des 19. Jahrhunderts. Auf der rechten Seite stand bis 2009 die Blechbüchse, das markante Leipziger Warenhaus mit fensterloser Aluminium-Fassade.

Die neue Blechbüchse

Genau an dieser Stelle befand sich die Geburtsstätte des Komponisten Richard Wagner. Ungeachtet der großen Bekanntheit dieser Sehenswürdigkeit, riss man den originalen Komplex ab und baute hier ein Einkaufszentrum, in das eine Rekonstruktion der "Blechbüchse" integriert wurde. Die anliegende Straße nennt sich Brühl und war der historische Hauptsitz der Pelzhändler. Von der einstigen Pracht lässt sich, von ein paar wenigen Häusern abgesehen, nur noch wenig spüren.

Restauriertes Haus am Brühl

Lust auf einen Kaffee?

Wenn es um einen stilvollen Rahmen geht, ist der Coffe Baum auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Bereits 1711 gab es hier Kaffee zu trinken. Mittlerweile kann man, neben sächsischen Süßspeisen wie Quarkkeulchen, auch zu Mittag essen. In mehreren Räumen gibt es darüber hinaus eine Ausstellung zur Kaffeegeschichte.

Der berühmte Coffe Baum

Nur eine Straßenbahnhaltestelle vom Augustusplatz entfernt findet man am Johannisplatz eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit: Das Grassimuseum. Es enthält drei Einrichtungen in einem Gebäude. Das Museum für Angewandte Kunst, Völkerkunde und Musikinstrumente. Der dahinter liegende Alte Johannisfriedhof ist der älteste Friedhof der Stadt und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Er wurde bis 1981 gesperrt und ist seit 1995 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Alter Johannisfriedhof

Hier befinden sich wunderschöne alte Grabmale und Statuen. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz und ist innerhalb der Öffnungszeiten frei begehbar.
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Neue Oper Leipzig

Die bekannte Kulturstätte wurde 1956 bis 1960 an Stelle eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Vorgängerbaus errichtet.

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Hauptbahnhof Leipzig und Schwanenteich um 1970

Ein geschäftiges Zentrum Leipzigs: Der Hauptbahnhof

Mitten im Zentrum und doch erholsam: Der Schwanenteich
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Leipziger Bachdenkmal im Juli 1950


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Grab von John Motherby in Leipzig

John Motherby war der Sohn von dem aus England stammenden Robert Motherby und seiner Ehefrau Charlotte Toussaint in Königsberg.

Sein Vater Robert wurde 1736 in Kingston upon Hull geboren und kam als junger Mann nach Königsberg. Er gründete die Handelscompanie Green & Motherby und gehörte zum Freundeskreis Immanuel Kants. Seine Mutter war die Tochter von Jean Claude Toussaint aus Magdeburg und der Königsbergerin Catharine Fraissinet.
 

John Motherby wurde am 16. September 1784 in Königsberg geboren. Er nahm als Hauptmann im Königlich Ostpreussischen Königsberger Landwehrbataillon an der Völkerschlacht teil und fiel am 19. September 1813 im Alter von 29 Jahren vor den Toren der Stadt. 1870 wurde seinem Grab ein Denkmal in Form eines Eisernen Kreuzes gewidmet.

Der originale Standort des Grabes ist heute vom Grassimuseum überbaut. Der Grabstein wurde zu dessen Entstehungszeit in einen anderen Teil des Alten Johannisfriedhofs umgesetzt.
Zu seinem Andenken schrieb der ostpreußische Dichter Max von Schenkendorf (geb. 1783 in Tilsit, gest. 1817 in Koblenz) ein Trauergedicht.

Erschienen ist es unter anderem in:

Max von Schenkendorf
Mit einem Lebensabriß und Erläuterungen
Herausgegeben von Dr. Ernst August Hagen, Professor der Universität zu Königsberg
Stuttgart, Verlag und Buchdruckerei der J. G. Cotta` schen Buchhandlung 1862



Ach! es ist ein Mann gesunken,
Einer aus der Treuen Schar,
Den mit hellen Himmelsfunken
Jüngst entzündet dieses Jahr.

Wie ein Held auf einem Schilde
Liegt er hier an Leipzigs Tor
Auf dem deutschen Lustgefilde,
Das zur Wahl statt Gott erkor.

Sollen wir so bald Dich missen?
Hauptmann, Deine Compagnie
Will von keinem andern wissen,
Und vergisst Dich nun und nie.

Vaterhaus und Vatersitte
Und die Freiheit war Dir wert,
Also hat ein freier Brite,
Hat Dein Vater Dich gelehrt.

Und die Kraft war Dir gewachsen
In der Freiheit Morgenrot,
In dem schönen Lande Sachsen
Lohnte Dich der Freiheitstod.

Wandeln wird die Heldenkunde
Nach der mütterlichen Stadt,
Die mit Gott und Recht im Bunde
Unsre Schar gerüstet hat.

Hier im deutschen Boden senken
Neben Gellert wir Dich ein;
Möchte Gott uns allen schenken,
Deines Todes wert zu sein.
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Siedlung aus der Zeit um 5500 v. Chr. bei Neukieritzsch

Die Siedlung aus der Jungsteinzeit befand sich zwischen Groitzsch und Neukieritzsch an der B 176. Sie war Teil einer dicht besiedelten Landschaft im westsächsischen Raum. Die Menschen lebten nicht mehr als Jäger und Sammler, sondern hatten feste Behausungen und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Übliche Getreidesorten dieser Gegend waren z. B. Einkorn und Emmer.

Zu großem Bedauern lag die Siedlung auf dem Abbaufeld Peres des Tagebaus Schleenhain. Nachdem Archäologen sie untersucht hatten, wurde sie durch die Schaufelradbagger zerstört.

Zum Tag des offenen Denkmals im September 2013 gab es die Möglichkeit, die Ausgrabungsstelle zu besichtigen.

Dazu fanden auch mehrere Führungen statt, wo den Besuchern das Gelände und die gemachten Funde erklärt wurden.

Die Funde stammen alle von der Grabungsstelle. Sie sind dem Übergang von der Jungsteinzeit zur Bandkeramik zuzuordnen. Dieser ging um 5500 v. Chr. vonstatten. Eine Annahme ist, dass die Kunst der Keramikherstellung durch ein hochentwickeltes Volk mitgebracht wurde, das in dieser Zeit nach Europa einwanderte.

Jungsteinzeitliche Werkzeuge

Bandkeramische Funde beweisen, dass unsere Gegend um Leipzig schon früh besiedelt war, und dass die Menschen bei der Gestaltung ihrer Töpferwaren sehr kreativ waren. Tatsächlich wurden überall in der Umgebung ähnliche Funde gemacht, zum Beispiel in Eythra, Zwenkau, Markkleeberg und Groitzsch. Das rund 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium in Goseck lässt eine frühzeitliche Intelligenz vermuten, deren Hintergründe bislang noch wenig erforscht sind. Vermutlich standen die hier siedelnden Stämme in enger Verbindung zusammen und betrieben Handel über größere Distanzen.

Die Bandkeramiker hatten einen religiösen Glauben und pflegten rituale Bestattungsformen. Aufgrund fehlender schriftlicher Überlieferungen, können wir nur wenig Aussagen über diesen Glauben treffen. Wir wissen nicht, wie die Verstorbenen bestattet wurden, als es noch keine keramischen Urnen gab. Sicher ist, dass der Beginn des Neolithikums eine große Menge neuer Errungenschaften nach sich zog. In dieser Zeit entstand die Siedlung bei Neukieritzsch. Es ist davon auszugehen, dass damit Fertigkeiten zu uns kamen, die West- und Nordeuropa auf Jahrtausende hinaus prägten.

Verzierte Bandkeramik

Schließlich wurden auf dem Gelände noch zwei steinzeitliche Brunnen entdeckt. Sie waren tief in die Erde eingelassen und mit Holz verkleidet. Beide wurden sorgsam ausgegraben und zu Untersuchungen in eine Halle nahe Großstolpen transportiert. In einem der Brunnen fand man das Skelett eines Rehkitzes, das wahrscheinlich aus Unachtsamkeit hineingefallen ist.

 Im Jahr 2017 deutet nichts mehr auf die Siedlung hin.
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Sommer im Botanischen Garten Leipzig

Der Sommer schreitet voran, und mit ihm das Wachstum der Pflanzenwelt.

 Es grünt und blüht, ob auf den Beeten vor dem Gewächshaus...

...oder im Garten dahinter.

Die Natur zeigt ihre schönsten Farben.

  Und weil man sich nie sattsehen kann, kommt ständig etwas Neues dazu.

Pfauenauge

Bienen beim Honigsammeln

Ein Spatz hat Gefallen an einer Palme gefunden.

 Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Echinocactus grusonii (Kugelkaktus)
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Frohe Ostergrüße

2017 aufgenommen in der Osthalle des Hauptbahnhofs Leipzig

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Frühlingsbeginn im Botanischen Garten Leipzig

Die Tage werden länger, und die Pflanzenwelt freut sich darüber.

In voller Blüte steht dieser Baum...

...während es die Magnolie noch ein wenig schwer hat.

Sichtbar wohl fühlen sich die Wiesenblumen...

...und auch der Rhododendron wonnt sich unter strahlender Sonne. 

Jetzt kommen seine Knospen zur vollen Entfaltung.

Die Hummeln fliegen auf den süßen Saft...

...und der Rabe pickt das auf, was die Besucher übriglassen.
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